Gothic - eine friedliebende Jugendbewegung
Goths tragen in der Regel schwarz und hören Mittelalter Musik mehr
Maria Montessori geht davon aus, dass es für bestimmte Lerninhalte bestimmte Zeitfenster gibt. Diese Zeitfenster öffnen sich übrigens nicht allmählich sondern plötzlich. Gestern konnte das Kind noch nicht greifen und heute kann es das. Die nach vorne gerichteten Krabbelbewegungen des Kleinkindes oder aber das Erreichen des Pinzettengriffes (Greifen mit Damen und Zeigefinger) sind wichtige Marksteine der menschlichen Entwicklung. Maria Montessori fand es wichtig, diese Entwicklungsstufen zu bemerken und adäquat zu reagieren. Einem Kind welches den Pinzettengriff nicht beherrscht, kann man nicht das Flötenspielen beibringen. Wenn aber das Tor für einen bestimmten Lerninhalt geöffnet ist, so muss man dieses nutzen. Deswegen ist das Beobachten des Lehrers so wichtig.
Ich glaube übrigens, dass das auch für spätere Entwicklungsstufen gilt. Wenn man diese Zeitspannen ungenützt vorüberziehen lässt, so kostet es nachher unendlich viel Mühe, das Verpasste wieder aufzufüllen. Man denke daran, wie schwierig es für einen älteren Menschen ist Klavier zu lernen oder noch einmal Autofahren zu lernen. Jedes Lernen braucht seine Zeit. Maria Montessori ist deswegen für das Kleinkindalter so spannend, weil im Gegensatz zu vielen anderen Richtungen die Thesen wissenschaftlich gestützt sind. Maria Montessori war Ärztin und das merkt man an ihren Büchern. Sie war auch Mutter, übrigens Alleinerziehende - ihre große Liebe war eine verheirateter Oberarzt, der sich schließlich, als Maria Montessori schwanger war, zurück zog. Aber sie ist eben keine Theoretikerin sondern erfolgreiche Praktikerin.
Eng verwandt mit ihren Forschungen sind die Arbeiten von einer anderen Ärztin: Mr. Griffith. Diese hat penibel die Entwicklungsstufen des Kindes aufgezeichnet und einen Entwicklungs Koeffizienten (EQ) erarbeitet. Auch damit kann der Lehrer - und Eltern sind eben auch Lehrer - den Schüler beobachten und die Lernumgebung geschickt vorbereiten. Dieser Begriff ist auch ein sehr nützlicher Begriff in den Arbeiten von Montessori. Man bereitet die Umgebung des werdenden Menschen so vor, dass sie ihm entspricht unterstützt und nicht überfordert. Die Gedankenwelt von Montessori ist durch Lernen, Beobachten, Zuhören und dann Fördern und Fordern geprägt. Die Walddorf Pädagogik oder auch die Freinet Richtung sind eher von der geisteswissenschaftlichen Seite her zu sehen. Die Walddorf Pädagogik lässt viele Freiheiten und will nicht einschränken - verschieden Studien scheinen aber zu belegen, dass gerade durch diese Freiheit auch Ängste erzeugt werden.
Die Montessori Richtung scheint mittlerweile auch durch moderne Forschungsergebnisse gestützt zu werden - es gibt Arbeiten die ADHS mit einer versteckten jugendlichen Epilepsie verbinden. Diese tritt im Alter von 6-12 Jahren auf und führt zu kurzen Absenzen (Bewusstseinsstörungen) bei den betroffenen Kindern. Diese wirken dann auch den Beobachter zappelig, nervös und hyperaktiv. Ausgelöst werden können diese Anfälle durch Lichtreize oder durch eine unruhige Umgebung - wo wir wieder bei der Arbeitsmethode der vorbereiteten Umgebung wären. Man kann dies Anfälle mir Antiepileptika heilen, mit Ritalin oder aber sich mit einmal als Elternteil die Umgebung anschauen. Vielleicht sollt doch einiges aus dem Kinderzimmer entfernt werden. Haben sie sich eigentlich schon einmal einen Kindertrickfilm angeschaut - in welcher Geschwindigkeit hier Szenen wechseln?
Tipps für eine Erziehung zu einem freien Menschen der seine Entwicklungschancen nutzt können Bücher geben aber Erziehung ist gelebtes Leben. Hilfe in schwierigen Situationen bekommt man in der Reihenfolge: eigene Eltern, Freunde mit Kindern (Krabbelgruppe), Kinderärzte mit eigenen Kindern, Erziehungsberatungsstellen der Kommune und Bücher. Erziehen ist ein Wechselspiel zwischen Lernen und Lehren, denn auch der Lehrer lernt das Lehren beim Lehren. Die nachhaltige Liebe zu dem Kind aber ist das Wichtigste.
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