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Ausbildungsangebote – mehr freie Stellen als man meint!

Die vorhandenen oder auch nicht vorhandenen Ausbildungsangebote sind in Deutschland ein viel diskutiertes Thema, denn auch diese Medaille hat zwei Seiten.

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Aus dem definitiv bestehenden Mangel an Arbeitsplätzen wird oft auch geschlossen, dass ein Mangel an Ausbildungsangeboten besteht. Doch diese Schlussfolgerung ist nicht ganz richtig. Vielmehr besteht sogar ein relativ ausgeglichenes Verhältnis von Ausbildungsangeboten zu potentiell Auszubildenden. Die Probleme der Jugendarbeitslosigkeit sind anderer Natur.

Die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt sieht so aus, dass es eine große Anzahl Jugendlicher ohne Ausbildungsplatz gibt und gleichzeitig eine große Zahl an Ausbildungsplätzen vakant bleibt. Logischerweise stellt sich hier die Frage, warum das so ist. Die Antwort ist gleichermaßen simpel wie deprimierend. Die heutigen Jugendlichen sind vielfach nicht ausreichen vorgebildet, um eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen, ein Teil von ihnen wird sogar als unausbildbar eingestuft. Tatsache ist also, dass die höherwertigen Ausbildungsplätze vakant bleiben, während es von den Ausbildungsplätzen im Handwerksbereich nicht genügend für alle gibt.

Diese Misere ist hausgemacht und ihre schleichende Entwicklung wurde konsequent ignoriert, bis es einfach nicht mehr zu übersehen war. Es hat ein solcher Wandel in der Schulausbildung stattgefunden, dass Berufe, die früher als klassische Berufe für Schulabgänger mit mittlerem Bildungsabschluss galten, heute von Abiturienten besetzt werden. Diese Spirale dreht sich auch nach unten weiter, so dass die Realschüler heute die ehemals für Hautschüler prädestinierten Berufsfelder einnehmen.

Warum diese Abwärtsspirale stattgefunden hat, erklären einem Ausbildungsbetriebe immer wieder gerne. Insbesondere dort, wo ein Einstellungstest stattfindet, können die Aussagen der Ausbilder sogar schriftlich belegt und dokumentiert werden. Konsens der gesammelten Antworten ist im Prinzip, dass die Schüler mit einer solch schlechten Vorbildung ankommen, dass sie für die Betriebe nicht verwendbar sind. So klagen vor allem die Banken und das Gastgewerbe, dass sie zwar ausbilden wollen, aber einfach keine geeigneten Kandidaten für ihre Ausbildungsangebote finden können. Potentielle Auszubildende, die in einem relativ einfachen Rechtschreibtest zwischen 30 und 40 Fehler einbauen oder ohne Taschenrechner nicht in der Lage sind zu sagen, wie viel 15 Prozent von 100 sind, sind für solche Berufe schlicht und ergreifend nicht geeignet.

 
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von Helena Lange 28.10.2008
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