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Berufswahl: Tiermedizin studieren und Tierarzt werden

Das Studium der Veterinärmedizin ist Voraussetzung für eine Tätigkeit als Tierarzt. Zu dessen Aufgabengebieten gehören die Betreuung von kranken Tieren, die Forschung sowie der Tierschutz.

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Der Beruf des Tierarztes erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit – Ende des Jahres 2009 gab es rund 36.000 Tierärzte in Deutschland, die bei den jeweiligen Tierärztekammern gemeldet waren, etwa 50 Prozent davon waren Frauen. Die Tätigkeit setzt ein erfolgreiches Absolvieren des Studiums der Veterinärmedizin voraus: In Deutschland wird diese Fachrichtung seit 1771 angeboten, als an der Universität Göttingen der erste entsprechende Fachbereich gegründet wurde. Heute kann Veterinärmedizin an verschiedenen deutschen und internationalen Universitäten studiert werden – unter anderem in Berlin, Hannover, Bern und Wien.

Die Gliederung des Studiums ist abhängig von der Universität, an der der Student eingeschrieben ist. Es gibt die klassische Methode, die vor allem in Europa zum Einsatz kommt und bei der die Einteilung des Lehrstoffs nach Fachgebieten (Chirurgie, Gynäkologie, Neurologie usw.) erfolgt. Anders ist es bei der nordamerikanischen Methode: Hier erfolgt die Unterteilung nach Tierarten – die einzelnen Fachgebiete werden dann in diesem Kontext vermittelt. Den Abschluss des Studiums bildet das Examen, anschließend kann eine Dissertation folgen. Ebenfalls möglich ist das Erwerben von Zusatzqualifikationen, um sich als Fachtierarzt auf bestimmte Gebiete oder Behandlungsansätze zu spezialisieren - ähnlich wie bei den beiden Varianten des Studiums ist auch hier die Spezialisierung auf einzelne Tierarten möglich. Ende des Jahres 2009 wurde die Anzahl der Fachtierärzte in Deutschland auf mehr als 8.700 geschätzt.

Absolventen eines veterinärmedizinischen Studiums werden nicht ausschließlich als niedergelassene Tierärzte in Praxen tätig - die Tätigkeitsgebiete sind vielmehr weit gestreut: So besteht beispielsweise in der Landwirtschaft ein hoher Bedarf an Tiermedizinern, die sich mit der Betreuung und Überwachung von Nutztieren befassen. So ist das Erkennen von Seuchen und die Einleitung der erforderlichen Folgemaßnahmen Sache des amtlichen Tierarztes. In der Lebensmittelindustrie sind die Mediziner unter anderem für die Überprüfung der hygienischen Bedingungen in Schlachthöfen und anderen Fleisch verarbeitenden Betrieben zuständig. Ebenfalls in ihren Aufgabenbereich fällt die sogenannte Fleischbeschau, die gewährleisten soll, dass nur genießbares und für den menschlichen Verzehr bestimmtes Fleisch in den Handel gelangt. Für Schweine- und Pferdefleisch findet zusätzlich eine Trichinenuntersuchung statt: Dabei wird nach der Schlachtung überprüft, ob sich parasitäre Fadenwürmer (Trichinen) im Fleisch befinden, die auch den Menschen befallen können.

Zuständig für Fragen bezüglich der Ausbildung und der Berufsausübung niedergelassener Veterinärmediziner sind die Landestierärztekammern, von denen es in Deutschland insgesamt 17 gibt – Nordrhein-Westfalen besitzt zwei Kammern, in den anderen Bundesländern gibt es jeweils eine Kammer. Zur Eröffnung einer eigenen Praxis ist eine Abstimmung mit der zuständigen Kammer erforderlich. Unterschieden werden in erster Linie Einzel- und Gemeinschaftspraxen, eine Sonderform stellen Tierkliniken dar. Mobile Mediziner sind hingegen in der Landwirtschaft gefragt, da große Nutztiere nicht ohne Weiteres in Praxen oder Kliniken behandelt werden können: Die Ärzte können die Diagnose im Stall oder auf dem Feld erstellen und gegebenenfalls eine Behandlung vornehmen, ohne dass ein Transport erforderlich wäre.

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