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Billig Vorwahl: heute noch eine günstige Gelegenheit?

Die Billig Vorwahl war nach der Öffnung des Telefonmarktes für private Anbieter eine gute Gelegenheit, um Kosten zu sparen. Im Zeitalter der Flatrate bietet sie jedoch nur noch bei Auslandsgesprächen Einsparpotential.

Im Zeitalter des Monopolisten Deutsche Telekom gab es keine Alternative: Man war auf die Tarife des Anbieters angewiesen. Auswege gab es nicht, lediglich die Bundesbahn hatte ein flächendeckendes separates Diensttelefonnetz, das aber nur der Bahn zur Verfügung stand und keinerlei Anschlüsse für Private bot.

Glücklicherweise hat sich dies geändert. In einem ersten Schritt konnten andere Anbieter Fernleitungen anmieten oder erwerben, so Arcor (heute Vodafone) das Netz der Bundesbahn. Hinsichtlich der Ortsgespräche war man aber weiter auf die Telekom angewiesen. Die Konkurrenten konnten dem Kunden durch Einwahl in ihre Netze günstigere Ferngespräche als die Telekom anbieten. Diese Billig Vorwahl musste bei jedem Ferngespräch vorgewählt werden. Dies konnte, wenn man über ein entsprechend ausgerüstetes Telefon oder eine Telefonanlage verfügte, auch automatisch geschehen. Von Nachteil war der häufige Wechsel der Tarife, die zudem hinsichtlich geografischer oder anderer Gegebenheiten differenziert werden konnten - ein Tarifwirrwarr war die Folge, bei dem der jeweils optimale Anbieter nur schwer zu finden war. Trotzdem konnten die Kosten für Ferngespräche durch den Wechsel zu günstigeren Anbietern deutlich gesenkt werden.

Inzwischen wurde das Monopol weiter aufgebrochen. Die Telekom ist zwar weiterhin Eigentümer der "letzten Meile" und dort noch immer Monopolist, muss diese aber zu einem von der Regulierungsbehörde festgesetzten Preis an andere Anbieter vermieten. Deshalb können diese jetzt auch Ortsgespräche anbieten, wenn dies auch nie günstiger als bei der Telekom sein kann. Dies war die Stunde der Flatrate! Eine Flatrate ist ein fester Preis für Telefongespräche innerhalb eines Zeitraumes - egal, wie oft und wie lange telefoniert wird. Damit erübrigt sich für inländische Ferngespräche eine Billig Vorwahl. Flatrates werden darüber hinaus auch für den Zugang zu Handynetzen und in das Ausland angeboten. Preisunterschiede bestehen derzeit nur noch bei Handy-Telefonaten in das bzw. vom Ausland sowie bei Telefonaten in exotische Länder. Nur in diesen Fällen kommt noch eine Billig-Vorwahl in Betracht - oder auch, wenn man nur gelegentlich ins Ausland telefoniert und sich eine Flatrate nicht lohnt. Die hohen Auslands-Mobiltelefonkosten sind derzeit im Visier der EG-Wettbewerbshüter. Erste Kostensenkungen bei der sogenannten Roaming-Gebühr wurden bereits erreicht. Und mit weiteren ist in der nächsten Zeit zu rechnen.

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