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Rennmaschine mit Geburtsfehler: Die Honda RC45

Anfang der Neunziger wurde die RC45 präsentiert. Durch dieses Motorrad sollte die Dominanz der Ducati-Twins in der Superbike-WM gebrochen werden. Doch der japanische V4-Flitzer hatte einige Herstellungsfehler.

Der einzige Fahrer, der damals seit Beginn des Projekts offizieller Werkspilot bei Honda war und auch die RC45 von Honda fuhr, erklärte, dass die Vorderpartie des Motorrads schon immer problematisch gewesen sei. Schließlich konnte man mit Fug und Recht behaupten, dass der Neuseeländer, der Mitte der Neunziger Vize-Weltmeister war, der wohl vertrauteste Kenner der RC45 gewesen ist. Außerdem war er noch derjenige, der wusste, wie man das Beste aus der komplizierten Maschine herausholen kann. 1997 zog der Pilot dann das Fazit, dass sich vieles verändert und er in diesem Jahr endlich das Gefühl gehabt habe, das Motorrad beziehungsweise dessen Potenzial auch wirklich ausnutzen zu können. Alles in allem sei dies aber nicht einfach gewesen.

Der Neuseeländer wollte natürlich kein zusätzliches Salz in die Wunden gießen, denn die meisten Experten wussten ja bereits, dass die Maschine holprige Strecken überhaupt nicht mochte. Die Honda war so den Ducatis nur wirklich dort ebenbürtig, wo die Piloten die beachtlichen einhundertsechzig Pferdestärken des V4-Motors ohne Probleme ausreizen konnten. Dies war zum Beispiel in Hockenheim 1996 der Fall, als ein Pilot mit besagter Maschine gewann.

Der festen Position des Motors im Fahrwerk war dieses Problem geschuldet. Denn von dieser Position hängt auf der anderen Seite auch die V-Konfiguration ab. Ein Pilot sagte immer wieder, dass auf dem Vorderrad zu wenig Gewicht laste. Das Vorderrad werde entlastet und verliere die Haftung, wenn die vordere Partie in Schräglage auf eine Unebenheit schlägt. Damals probierten die Mechaniker des Teams Castro-Honda alle möglichen Setup-Kombinationen aus. Schließlich fanden sie dann eine Grundabstimmung, mit der man halbwegs leben konnte.

Der Urpilot Hondas erläuterte, dass man nach über zwei Jahren praktischer Erfahrung auf der Rennstrecke denke, mittlerweile ein Motorrad zu haben, mit dem man gegen die Stärksten der Welt antreten könne. Die Hauptaufgabe für die Ingenieure während der Rennpause sei es jetzt nur noch gewesen, einen höheren Kurvenspeed zu erzeugen, damit endlich regelmäßig Siege eingefahren werden konnten.

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