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Die Treppe ist traditionsreicher als Fahrstühle

Kommen Sie beim Erklimmen einer Treppe auch ins Schwitzen? Kein Wunder, der menschliche Organsimus wurde nicht unbedingt für Stufen geschaffen.

treppe
© Olaf Schirmer - Fotolia.com

Schon in dem berühmten Codex Hammurapi des antiken Babylon findet sich die erste schriftliche Erwähnung einer Treppe. Das Gesetzbruch regelte die Nutzung von Holztreppen für Mieter. Schließlich war Holz ein seltener Rohstoff im Zweistromland, und oft kam es zu Rechtsstreitigkeiten um die kostbaren Stufen. Die Treppe wurde wie ein Möbelstück behandelt, und manchmal nahmen Mieter dieses beim Umzug einfach mit. Selbst heute gibt es gesetzliche Reglungen rund um Treppen. Das Bauordnungsrecht unterscheidet dabei zwischen notwendigen und nichtnotwendigen Treppen. Im Wohnungsrecht gelten Treppen in der Regel als Gemeinschaftseigentum. Kein Wunder also, dass sich viele Mietgemeinschafen das Sauberhalten dieser teilen müssen.

Auch ansonsten finden sich Treppen in praktisch allen Kulturen wieder. Historiker fanden sogar Überreste einer Treppe von vor 10.000 Jahren, in der Göbekli Tepe. Dabei handelt es sich um die wohl älteste Tempelanlage der Welt. Sie befindet sich im Südosten der heutigen Türkei. Gehen wir im Gedanken noch weiter zurück, zeigt sich sogar, dass selbst Primaten das Prinzip der Treppe nicht unbekannt war. Auch jene stapeln von Zeit zu Zeit Objekte um auf eine Anhöhe zu gelangen. Das Verhalten lässt sich heutzutage oft in zoologischen Gärten oder Naturschutzgebieten beobachten.

Mit der Zeit war die Erbauer der Treppen mehr und mehr bedacht, ihre Treppe möglichst kunstvoll zu gestalten. So blieb es schnell nicht mehr nur bei der Anhäufung von Blöcken. Vielmehr unterscheidet man mittlerweile Duzende von Arten die ganz unterschiedlich angefertigt werden und meistens einen bestimmten Zweck erfüllen sollen. So ist es natürlich klar, dass sich die Kellertreppe in ihrer Form von der Monumentaltreppe maßgeblich unterscheidet. Letztere zeichnet sich dabei vor allem durch extrem viele Treppenstufen aus, die, wie der Name schon sagt, auf den Gipfel eines Monuments führen. Die wohl größte befindet sich Sri Lanka mit fast 2000 Stufen.

Als Prestigeobjekt zählt oft die sogenannte Freitreppe. Jene Treppe findet sich vorwiegend vor den Eingängen von Schlössern oder wichtigen Gebäuden. Dabei sind die Stufen nicht überdacht, dafür in der Regel mit einem aufwendig verzierten Geländer versehen. Säulen und Skulpturen sind keine Seltenheit. Schließlich will der hohe Besuch selbst beim Erklimmen der Stufen etwas geboten kriegen.

 
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von Björn Groß 04.03.2008
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