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Fingerkribbeln: Information über Ursachen und Therapien

Das Kribbeln in den Fingern, die Wahrnehmung einer nicht schmerzhaften Reizung, wird medizinisch als Parästhesie bezeichnet. Diese kann alltägliche Begleiterscheinung, aber auch Symptom schwerer Krankheiten sein.

fingerkribbeln
© Miranda Salia - Fotolia.com
Die meisten Menschen kennen das Gefühl, dass man oftmals als "leichtes brennen" oder "jucken" bezeichnet, aus sich stetig wiederholender und dem Leben eigener Wahrnehmung. Jeder Mensch kommt alltäglich mit Schadstoffen in Kontakt, spürt sich körperlichem Druck ausgesetzt oder trägt oberflächliche Verletzungen davon: Besagte nervliche Missempfindungen sind die Folgen. In der Regel werden hierdurch keine Schmerzen empfunden - und auch keine körperlichen Einschränkungen oder gesundheitlichen Gefahren. Mit der Zeit gehen leichte Prellungen zurück, Hautreizungen verheilen, und was zunächst als buchstäblich "nervend" wahrgenommen wurde, verliert über Minuten und Stunden an Intensität. Sind Nerven aber vollständig zerstört oder empfindlich gestört, kann ärztliches Eingreifen notwendig werden. Das Kribbeln in den Fingern sieht hier vorwiegend in der Handchirurgie Heilwirkung.

Besonders nach komplizierten Brüchen und Brandverletzungen kann das Missempfinden eine Intensität annehmen, der medizinisch entgegengewirkt werden muss. Ist beispielsweise ein Nerv durchtrennt, ist dieser funktionsuntüchtig, was Taubheit bedingt. Sind Nervengeflechte über eine relativ große Fläche geschädigt, wie es etwa durch Bestrahlung geschehen kann (z.B. bei der Therapie von Brustkrebs), können schwere Schmerzen die Folge sein. Besonders schwer wiegen Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Hier liegen internistische Ursachen zugrunde, was unangenehme Empfindungen oft über den ganzen Körper erscheinen lässt. Man spricht hier meist von einer Polyneuropathie. 30% aller Polyneuropathien sind diabetischer Natur, weitere 30% ergeben sich aus Alkoholismus. Die restliche Zahl verteilt sich auf ein breites Spektrum (z.B. auf HIV, Gicht, Rheuma usw.).

Was das Kribbeln der Finger betrifft, gilt das Karpaltunnelsyndrom als gutes Beispiel. Der Karpaltunnel, eine aus Bindegewebe bestehende Röhre, die vom Unterarm zur Hand läuft, engt sich ein und schädigt so das Nervengewebe. Durch mechanische Belastung entsteht dann eine schmerzhafte Entzündung. Frauen sind hiervon dreimal so häufig betroffen wie Männer; geheilt wird entweder durch Nachtschienen oder verschiedene, unterschiedlich aggressive Operationstechniken. Bei einem direkten, offenen Herangehen wird 3 cm tief in die Haut eingeschnitten. Einige Monate danach kann nur mit verminderter Kraft gearbeitet werden; nach spätestens einem halben Jahr sollen auch die letzten Nachwirkungen kosmetischer Natur vergangen sein.

von Justin Schmitt
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