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Myokard-Infarkt: Symptome erkennen und handeln

Der Myokard-Infarkt, umgangssprachlich auch Herzattacke genannt, geht häufig mit starken Brustschmerzen einher. Die Zeit unmittelbar nach dem Infarkt entscheidet häufig über Leben und Tod des Patienten.

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Bei einem Herzinfarkt kommt es aufgrund einer Durchblutungsstörung zu einer Nekrose im Herzen – dabei stirbt ein Teil des Herzmuskels ab. Ursächlich für die Störung der Blutzirkulation können beispielsweise Blutgerinnsel sein. Als Kernsymptome des Infarkts gelten mittlere bis starke Brustschmerzen, die bei etwa 75 Prozent aller Patienten zu beobachten sind. Die Schmerzen treten plötzlich auf und können von weiteren Symptomen – etwa starker Schweißbildung, Übelkeit und Atemnot – begleitet werden. Besonders gefährlich sind eventuelle Herzrhythmusstörungen wie das Kammerflimmern. Schätzungen zufolge sterben etwa 30 Prozent der Betroffenen, bevor es zu einer Erstversorgung durch Laien oder medizinisches Personal kommt. Einige Herzinfarkte verursachen hingegen nur geringe oder keine Beschwerden und werden erst nachträglich bei Routineuntersuchungen diagnostiziert. Im Zuge von Elektrokardiogramm-Studien zeigte sich, dass teilweise bis zu 30 Prozent der untersuchten Personen in ihrem Leben bereits einen sogenannten "stummen Infarkt" erlitten hatten, diesen aber mangels entsprechender Symptome nicht bemerkten.

Die erste Stunde hat sich als entscheidender Zeitraum bei der Therapie von Herzinfarkt-Patienten erwiesen. Mittels spezieller Behandlungstechniken lässt sich der durch den Gefäßverschluss entstandene Schaden größtenteils beheben. Bei einem Infarkt-Verdacht sollte man deshalb unmittelbar den Rettungsdienst alarmieren. Bei einem Herzstillstand müssen sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden, um den Tod oder schwere Hirnschäden durch die mangelnde Versorgung mit Sauerstoff zu verhindern. Die medizinische Versorgung beinhaltet die Verabreichung von speziellen Medikamenten, die eine erneute Blutgerinnsel-Bildung verhindern sollen, zudem werden die Schmerzen im Brustbereich gelindert. Abhängig von den Begleitsymptomen können zusätzliche Medikamente verabreicht werden. In der akuten Phase ist eine ständige Überwachung durch ein EKG notwendig, um auftretende Herzrhythmusstörungen umgehend erkennen zu können.

Mittels der sogenannten Reperfusionstherapie werden die verschlossenen Herzkranzgefäße eröffnet, um die ungehinderte Durchblutung wiederherzustellen. Dazu wird entweder ein Medikament intravenös verabreicht, das das Blutgerinnsel auflöst, oder es wird eine mechanische Öffnung der Gefäßkanäle durchgeführt. Hierbei kommt ein am Gefäßkatheter angebrachter Ballon zum Einsatz, der die verengte Stelle durch seine Entfaltung per Druckluft eröffnet. Eine Gefäßstütze, genannt "Stent", öffnet ebenfalls ein verschlossenes Gefäß, allerdings verbleibt das Implantat anschließend im Körper. Nach einer erfolgreichen Behandlung werden als Anschlusstherapie häufig moderate sportliche Aktivitäten und Krankengymnastik durchgeführt, hinzu kommt gegebenenfalls eine psychologische Betreuung.

Myokardinfarkte treten besonders in Industrieländern gehäuft auf und zählen dort zu den Haupt-Todesursachen. In Deutschland erleiden rund 280.000 Menschen jährlich einen Herzanfall, zwischen 55.000 und 60.000 Menschen sterben an den Folgen. Statistisch gesehen kommen Männer häufiger durch Herzinfarkte ums Leben als Frauen. Als Risikofaktoren gelten unter anderem das Rauchen, der übermäßige Alkoholgenuss sowie eine hohe Stressbelastung. Auch Bluthochdruck sowie eine familiär bedingte Anfälligkeit können Einfluss auf das Infarkt-Risiko haben.

von Jette Schulte
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