Modernes Schönheitsideal: Grund für eine Doppelkinn-OP
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Probleme in der Schule gibt es nicht, seine Leistungen sind stabil und sein Ehrgeiz hat ein völlig normales Ausmaß. Er macht regelmäßig Freizeitsport vom Tischtennis über Schwimmen bis hin zur täglichen Fahrradtour über mehrere Kilometer Schulweg.
Am laufenden Band klagt er über Magenschmerzen, hat regelmäßig Kreislaufprobleme.
Oft quält ihn der Schluckauf über mehrere Tage. Mehrfach wird er deshalb beim Arzt vorstellig, aber der verschreibt ihm Medikamente gegen Magenschleimhautentzündung und schiebt das Ganze auf Stressüberflutung durch die Schule. Eine Überweisung zum Neurologen folgt, der seinerseits eine nervliche „Ruhigstellung“ mit pflanzlichen Präparaten empfiehlt, die aber auch keine Besserung bringt.
Bis der junge Mann eines Tages starke Magenkrämpfe bekommt und deshalb in der Notaufnahme eines Krankenhauses vorstellig wird. Er wird eingewiesen und genauer durchgecheckt. Dabei wird im Rahmen einer Magenspiegelung festgestellt, dass er schon von Geburt an einen Zwerchfellbruch, in der Medizin „Hernie“ genannt, hat. Das bedeutet, dass die Öffnung im Zwerchfell, das den Bauchraum und den Brustkorb voneinander trennt, zu groß ist und der obere Teil des Magens immer wieder da hindurch rutschen kann. Dabei werden die Magenschleimhäute aufeinander gedrückt und gereizt. Weiter kommt es dazu, dass die durchgerutschten Magenteile der Lunge Platz wegnehmen und so die Atmung beeinträchtigt wird. Schluckauf und Kreislaufbeschwerden sind die Folge.
Statistisch gesehen, haben das in Deutschland sehr viele Menschen. Und statistisch gesehen werden nur wenige dieser Betroffenen wirklich richtig diagnostiziert. Oft lehnen die Ärzte und Krankenkassen Magen- oder Bauchspiegelungen ab, weil sie kostenintensiv sind und damit wie bei jeder Operation auch Risiken verbunden sind. Das Schlimme dabei ist, dass hier ein signifikant höheres Risiko für Magenkrebs einfach übergangen und billigend in Kauf genommen wird, weil es einfacher ist, die Symptome zu therapieren und die Betroffenen als psychisch instabil oder überlastet abzuschieben, wenn es nicht gar so weit geht, sie als Simulanten abzustempeln.
Dabei wäre es bei korrekter Diagnosestellung so einfach, mit dieser geerbten oder erworbenen Anomalie zu leben, weil man bei Verminderung der Belastung durch Sport oder schweren Hebens und einer Änderung der Essgewohnheiten die Beschwerden und auch das Krebsrisiko drastisch minimieren könnte.
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