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Blasenschwäsche - unkontrollierter Abgang von Harn

Die Blasenschwäche ist ein sogenanntes Tabuthema. Für die Betroffenen ist der unkontrollierte Abgang von Harn sehr unangenehm. Etwa 5 Mio. Menschen leiden allein in Deutschland darunter. Die Dunkelziffer ist höher.

blasenschwäsche
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Das Harnsystem des menschlichen Körpers hat eine wichtige Funktion. Einerseits reguliert es die Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten, anderseits werden mit ihm die Abfallprodukte des Körpers ausgeschieden. Zu diesem komplexen System des menschlichen Körpers gehören die Nieren, der Harnleiter, die Harnröhre und die Harnblase. Jedes dieser Organe hat eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen.

In der Lendengegend, auf beiden Seiten der Wirbelsäule, liegen die Nieren. Diese, nur etwa 150 g leichten Organe, sind für die Regulation des Wasserhaushaltes im Körper verantwortlich. Sie sind wie eine Bohne geformt und etwa 12 cm lang und 6 cm breit. Aus den etwa 1.600 l Blut, die täglich durch sie hindurchfließen, filtern sie Giftstoffe, Abfallprodukte des Körpers und überschüssiges Wasser heraus. Das so entstehende flüssige Gemisch wird als Harn bezeichnet. Der Harnleiter verbindet die Nieren mit der Harnblase. Dieser ist etwa 4 bis 20 cm lang und befördert den Harn durch rhythmische Kontraktionswellen mit einer Geschwindigkeit von etwa 5 Tropfen pro Minute in die Blase. Diese ist ein Hohlkörper oder Hohlorgan, welches den Harn auffängt und sammelt. Dieses Organ ist sehr dehnbar. Ein Schließmuskel, am unteren Ausgang der Blase, hält diese geschlossen. Wenn die Harnblase gefüllt ist, verspürt der Mensch das Bedürfnis, eine Toilette aufzusuchen. Beim Urinieren öffnet sich der Schließmuskel und die Blase wird über die Harnröhre entleert. Ursache für eine Blasenschwäche ist meist eine Schwächung des Schließmuskels der Harnblase. Dann kommt es dazu, dass beim Husten oder Lachen (Belastungsinkontinenz) unkontrolliert Harntröpfchen abgegeben werden. Dieser unfreiwillige Abgang von Harn wird auch als Inkontinenz bezeichnet. Betroffen davon sind alle Altersgruppen. Besonders anfällig für die Harninkontinenz sind Frauen. Ursächlich dafür ist die unterschiedliche Anatomie von Männern und Frauen. In einem weiblichen Körper liegt die Harnblase tiefer und die Harnröhre ist wesentlich kürzer als bei einem männlichen. Außerdem liegt die Gebärmutter über der Blase. Während der Schwangerschaft weitet sich diese aus und drückt auf das Hohlorgan. Schwangere Frauen haben dadurch ständig den Drang, eine Toilette aufsuchen zu müssen. Nach der Entbindung ist dann meist die Beckenbodenmuskulatur geschwächt und die Inkontinenz bleibt bestehen.

Es gibt verschieden Arten der Inkontinenz. Dazu gehört unter anderem die bereits beschriebene Form der Schwangerschaftsinkontinenz, die Belastungs-, die Drang-, die Reflex-, die Überlauf- und die Altersinkontinenz. Die Blasenschwäche im Alter gehört zum „normalen“ Alterungsprozess des Menschen dazu, denn auch die Organe altern. Verstärkt betroffen davon sind Demenzkranke. Für die Reflexinkontinenz ist kennzeichnend, dass sich die Blase ohne Harndrang entleert. Sie kann also nicht bewusst gesteuert werden. Bei der Belastungsinkontinenz werden Urintropfen bei körperlichen Anstrengungen abgegeben.

Es ist zu empfehlen, bei den ersten Symptomen, wie häufigem oder unkontrolliertem Harndrang, einen Arzt aufzusuchen. Meist kann im Anfangsstadium einer Inkontinenz mit speziellen Übungen für den Beckenboden eine Abschwächung der Symptome erreicht werden. Eine andere Therapie wäre in Form der kontrollierten Einnahme von Medikamenten. Die Heilungschancen einer Blasenschwäche liegen bei etwa 90 %.

von Sabrina Roth
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