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Modernes Schönheitsideal: Grund für eine Doppelkinn-OP

Was heute aus ästhetischen Gründen vorgenommen wird, wäre in der Renaissance ein Verstoß gegen das geltende Schönheitsideal gewesen. Denn damals galt ein Doppelkinn als durchaus attraktiv.

doppelkinn op
© Peter Atkins - Fotolia.com
Der Begriff der Renaissance wurde erst im 19. Jahrhundert geprägt und beschreibt die Zeit zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert in Europa. Diese war geprägt von einer Abkehr vom mittelalterlichen Ständewesen und hin zu mehr individueller Freiheit des einzelnen Menschen. Wissenschaft, Kunst und die Gesellschaft an sich sind prägende Faktoren dieser Zeit, die auch ein anderes Schönheitsideal als die heutige Gesellschaft hatte. So galt ein Doppelkinn in der Renaissance als sexuell attraktiv, und der heute oftmals angetretene Weg zum Schönheitschirurgen wäre undenkbar gewesen - nicht nur wegen der medizinischen Undurchführbarkeit.

Das Frauenbild sowohl vor als auch nach der Renaissance unterschied sich dagegen deutlich von dem eher fülligeren Bild dieser Zeit. Sowohl im Mittelalter als auch Ende des 19. beziehungsweise Anfang des 20. Jahrhunderts entsprachen schlanke bis zierliche Körper dem allgemeinen Schönheitsideal. Grundsätzlich lässt sich dabei für alle Epochen festhalten, dass das Verhältnis der einzelnen Körperbereiche zueinander immer wohlproportioniert und im Einklang zueinander gesehen wurde. Ob der Grundtenor dann aber eher zierlich oder füllig geprägt war, ist von Epoche zu Epoche dabei aber durchaus unterschiedlich.

In der heutigen Zeit wird ein fülliger Körper eher mit negativen Eigenschaften in Verbindung gebracht, sodass unterschiedlichste Formen der Gewichtsreduzierung wahrgenommen werden. Während viele Körperbereiche dabei durch eine Umstellung der Ernährung oder mehr Bewegung beeinflusst werden können, ist dies für den Bereich des Gesichts und des Halses von wenig Erfolg geprägt. Hier lagern sich auch bei einem ansonsten schlanken Körper bevorzugt Fettzellen ab, die dann zu dem ungeliebten Doppelkinn führen können. Beseitigen lässt sich ein solches Doppelkinn nur durch eine Operation, und da es sich hierbei um eine reine Schönheitsoperation ohne medizinische Indikation handelt, werden die Kosten nicht von den Krankenkassen übernommen. Wer sich trotzdem zu einer OP entschließt, muss sich das überschüssige Fett im Halsbereich durch eine sogenannte Liposuktion absaugen lassen. Die Fettabsaugung ist dabei mit ca. 19 Prozent die häufigste der alleine in Deutschland jährlich mehr als 300.000 vorgenommenen Schönheitsoperationen. Mit 80 Prozent werden immer noch viermal so viele Frauen wie Männer operiert, allerdings erhöht sich der Anteil der Männer ständig.

Vielfach kommt dann zur Liposuktion noch eine Hautstraffung hinzu, um den gewünschten optischen Effekt zu erzielen. Die Operation kann dabei bis zu mehreren Stunden dauern, sodass sie in den meisten Fällen unter einer Vollnarkose vorgenommen wird. Im Anschluss an die Operation muss dann für einen Zeitraum von drei bis vier Tagen ein spezieller Stützverband vom Patienten getragen werden, um den Erfolg der Operation mit Fettabsaugung und Hautstraffung sicherzustellen. In der Folge muss der Patient darüber hinaus für noch ca. 1 Woche mit verstärkten Hämatomen, also blauen Flecken, in den operierten Bereichen rechnen.

von Justin Schmitt
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