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Erkennungsmerkmale der Borreliose

Das Schwierige bei der Borreliose ist die Diagnostik, denn wird bei den Symptomen kein Zusammenhang mit dem Zeckenbiss hergestellt, kann sie kaum nachgewiesen werden.

Viele Menschen bekommen es gar nicht mit, wenn sie von einer infizierten Zecke gebissen worden sind, denn sogar der von der Ärzten als unbedingt charakteristisch geforderte kreisförmige Ausschlag um die Bissstelle tritt nicht bei allen Patienten zwangläufig auf. Inzwischen gehen die medizinischen Experten der verschiedenen Zweckvereinigungen zur Borreliose nach statistischen Erhebungen davon aus, dass dieser maximal bei der Hälfte der Betroffenen auftritt.

Überhaupt ist das Krankheitsbild der Borreliose nur sehr schwierig zuzuordnen, weil es in den verschiedenen Stadien leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden kann. Auch ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen worden, dass bei vielen sicher mit Borreliose diagnostizierten Patienten auch keine Antikörper gegen die Borrelien zu finden sind. Lediglich die so genannten Titer sind in der Blutuntersuchung erhöht, was aber auch bei anderen Infektionen zum Beispiel mit Chlamydien oder resistenten Staphylokokken der Fall ist. Auch der Nachweis über die Flüssigkeit im Rückenmark wird von den Ärzten gern mit absoluter Sicherheit als Nachweis aufgeführt, doch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse besagen, dass es bei vielen Borreliose Patienten dort gar keine Veränderungen gibt.

Dabei können sich die Symptome einer Borreliose auf vielfältige Art äußern. Inzwischen haben einige Selbsthilfeverbände Checklisten herausgegeben, auf denen mehr als drei Dutzend mögliche Symptome aufgelistet sind. Jedes einzelne und auch ganze Symptomgruppen können auch durch andere Infektionen oder Autoimmunkrankheiten hervorgerufen werden.

Eines der Hauptsymptome einer Borriose sind Schmerzen im Bewegungsapparat, die heute an dem einen Gelenk und morgen an einem anderen Gelenk auftreten können. Da jedoch in Röntgenbildern keine sichtbaren Schäden nachgewiesen werden können, ist es für die Betroffenen oft schwer, sich beim behandelnden Arzt glaubhaft darstellen zu können, vor allem wenn auch die möglichen Veränderungen in Blut und Liqor fehlen. Dann kommt ein kaum noch zu unterbrechender Teufelskreis in Gang, denn die Erkrankung schreitet weiter fort und kann in weiteren Stadien auch das Nervensystem in Mitleidenschaft ziehen. Das Problem ist, dass eine sofortige Antibiotikabehandlung dringend notwendig ist, in den meisten Fällen aber nicht erfolgt, weil die Betroffenen oft als Simulanten oder Hypochonder abgestempelt werden oder man sie endgültig in die Schublade der Patienten mit Multipler Sklerose steckt.

Das Fazit ist, dass hier das deutsche Gesundheitswesen nicht nur die betroffenen Patienten im Stich lässt, sondern sich auch noch ein wirtschaftliches Eigentor schießt, denn viele der kostenaufwändig zu behandelnden Spätfolgen könnten vermieden werden, wenn die Ärzte rechtzeitig die richtige Diagnose stellen und mit geeigneten Antibiotika behandeln würden.

von Jenny Brix
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