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Qi-Gong-Übungen: Die wichtigsten Übungssysteme

Im Westen ist vor allem Yoga eine viel praktizierte östliche Bewegungslehre. Doch auch das chinesische Qigong behält viele Übungen bereit, die auch ohne große Kraftanstrengungen bewältigt werden können.

qi gong übungen
© Robert Kneschke - Fotolia.com
Qigong ist eine der ältesten, systematisierten Bewegungslehren und speist sich aus so unterschiedlichen Quellen wie dem Buddhismus, dem Daoismus, den Kampfkünsten und der traditionellen chinesischen Medizin. Ähnlich wie in der traditionellen chinesischen Medizin auch, soll eine Harmonisierung des Qi erreicht werden, jedoch statt durch bestimmte Wirkstoffe durch Übungen, die den Bewegungsablauf des Körpers, die Konzentration und die Meditationspraxis üben. Das Qi wird als Lebensfluss begriffen, der den Körper durchströmt und der durch Unregelmäßigkeiten mögliche Beschwerden und Erkrankungen des Körpers anzeigen kann. Es handelt sich hierbei um eine in Asien weitverbreitete Vorstellung.

Die Übungen des Qigong sind zum Teil einige Tausend Jahre alt und werden nur selten isoliert praktiziert, sondern in Systemen mehrerer zusammengefasster Übungen. Diese Systeme ähneln den Übungskreisen, wie sie aus dem Yoga bekannt sind. Das am weitesten verbreitete Übungssystem ist das Ba Duan Jin oder das "Acht Brokate Qigong". Das System erhielt seinen Namen von einem chinesischen General, der es für so wertvoll hielt wie acht Stücke Brokat, da er mit ihrer Hilfe die Kraft seiner Soldaten erhöhen konnte. Die Übungen erfolgen im Stehen und enthalten vor allem langsame Armbewegungen, es existieren aber auch Sitzvariationen hiervon. Jede Übung wird bis zu achtmal wiederholt, sodass die Gesamtdauer für die Übungsdurchführung bis zu 20 Minuten betragen kann. Wichtig ist hierbei auch die Ergänzung der Übung durch entsprechende Gedankenbilder. Bei einer Übung etwa geht es um "das Halten von Himmel und Erde" und evoziert entsprechende Bilder in dem Übenden.

Sehr beliebt ist auch das Wu Qin Xi oder "Spiel der fünf Tiere". Diese Übungsgruppe lässt einen die Bewegungsabläufe der Tiere Hirsch, Affe, Bär, Kranich und Tiger imitieren, wie sie vor über 2.000 Jahren von einem chinesischen Arzt beobachtet wurden. Dabei wird jedem Tier ein einzelnes Organ zugeordnet, dessen Qi durch die jeweiligen Übungen wieder in sein Gleichgewicht gebracht werden soll. Ziel soll es sein, dass die Eigenschaften und Stärken der Tiere auf den Übenden übergehen.

von Stefan Schmidt
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