Qi-Gong-Übungen: Die wichtigsten Übungssysteme
Im Westen ist vor allem Yoga eine viel praktizierte östliche Bewegungslehre. Doch auch das chinesische Qigong behält viele Übungen bereit, die auch ohne große Kraftanstrengungen bewältigt werden können.


Die Übungen des Qigong sind zum Teil einige Tausend Jahre alt und werden nur selten isoliert praktiziert, sondern in Systemen mehrerer zusammengefasster Übungen. Diese Systeme ähneln den Übungskreisen, wie sie aus dem Yoga bekannt sind. Das am weitesten verbreitete Übungssystem ist das Ba Duan Jin oder das "Acht Brokate Qigong". Das System erhielt seinen Namen von einem chinesischen General, der es für so wertvoll hielt wie acht Stücke Brokat, da er mit ihrer Hilfe die Kraft seiner Soldaten erhöhen konnte. Die Übungen erfolgen im Stehen und enthalten vor allem langsame Armbewegungen, es existieren aber auch Sitzvariationen hiervon. Jede Übung wird bis zu achtmal wiederholt, sodass die Gesamtdauer für die Übungsdurchführung bis zu 20 Minuten betragen kann. Wichtig ist hierbei auch die Ergänzung der Übung durch entsprechende Gedankenbilder. Bei einer Übung etwa geht es um "das Halten von Himmel und Erde" und evoziert entsprechende Bilder in dem Übenden.
Sehr beliebt ist auch das Wu Qin Xi oder "Spiel der fünf Tiere". Diese Übungsgruppe lässt einen die Bewegungsabläufe der Tiere Hirsch, Affe, Bär, Kranich und Tiger imitieren, wie sie vor über 2.000 Jahren von einem chinesischen Arzt beobachtet wurden. Dabei wird jedem Tier ein einzelnes Organ zugeordnet, dessen Qi durch die jeweiligen Übungen wieder in sein Gleichgewicht gebracht werden soll. Ziel soll es sein, dass die Eigenschaften und Stärken der Tiere auf den Übenden übergehen.
spiegel.de: 
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