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Stressfaktor Arbeit: Burn-out-Syndrom und die Folgen

Burn-out bezeichnet den Zustand stressbedingter emotionaler Erschöpfung, die zumeist durch Überlastungen im Beruf ausgelöst wird. Es gibt verschiedene Therapieansätze, um die Symptome zu bekämpfen.

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Im medizinischen Bereich wurde das Burn-out-Syndrom bereits in den 1970er-Jahren erwähnt. Lange Zeit gingen Mediziner davon aus, dass lediglich Personen in Heilberufen betroffen sein könnten, da dort die schwersten psychischen Belastungen vermutet wurden. Heute ist bekannt, dass es in nahezu jeder Berufsgruppe zu einem Burn-out kommen kann. Zu den Symptomen zählen unter anderem Antriebslosigkeit, depressive Phasen sowie eine gesteigerte Aggressivität. Dabei beginnt der Verlauf häufig mit genau gegenteiligen Verhaltensweisen: Anfänglicher Enthusiasmus und extremes Streben nach Höchstleistungen können in einem steilen Abfall der Leistungsfähigkeit enden – da über einen längeren Zeitraum starke psychische und emotionale Anstrengungen aufgebracht wurden, tritt ein Zustand der totalen Erschöpfung ein.

Das Vorliegen des Burn-out-Syndroms kann nur ein Arzt feststellen – dieser bedient sich verschiedener Tests, um den Erschöpfungszustand diagnostizieren zu können. Im Gespräch und durch zusätzliche Fragebögen kann herausgefunden werden, ob das Syndrom vorliegt und durch welche Faktoren es ausgelöst wurde. Häufig äußern sich die Beschwerden nicht nur mental, sondern auch körperlich: Betroffene können beispielsweise einen Kreislaufkollaps erleiden, wenn der Stress überhandnimmt.

Bereits 2009 schätzten Mediziner, dass zwischen 20 und 30 Prozent aller Berufstätigen mindestens einmal in ihrem Leben Symptome eines Burn-out-Syndroms zeigen können. Wer besonders viel Verantwortung trägt, den trifft ein ungleich höheres Risiko, an Burn-out zu erkranken: Bei Managern und anderen Führungskräften liegt der Anteil von Personen, die phasenweise mit Angstzuständen oder Depressionen kämpfen, bei geschätzten 70 Prozent. Mediziner empfehlen, bei Stress im Beruf vorbeugende Gegenmaßnahmen zu treffen – dies können sportliche Freizeitaktivitäten, aber auch meditative und autogene Übungen sein, die das Wohlbefinden verbessern und für Entspannung sorgen. Hat man als Betroffener das Gefühl, dem beruflichen Stress und dem einhergehenden Ohnmachtsgefühl auch durch präventive Maßnahmen nicht Herr werden zu können, so sollte man umgehend ärztliche Hilfe suchen. Häufig können bereits im Gespräch mit dem Hausarzt oder einem Psychologen Lösungsansätze gefunden werden, die dabei helfen, besser mit Stresssituationen umzugehen.

Die Therapieansätze hinsichtlich des Erschöpfungssyndroms sind vielfältig. Betroffenen wird beispielsweise beigebracht, sich ausreichende Phasen der Ruhe und der Entspannung zu gönnen und eine ausreichende emotionale Distanz zur Arbeit zu wahren. Auch können bestimmte Abläufe auf beruflicher und privater Ebene so umstrukturiert werden, dass eine übermäßige Belastung vermieden wird. Oftmals werden die Probleme in Gesprächskreisen mit anderen Betroffenen erörtert. Zu den weiteren angewandten Methoden zählen Verhaltenstherapien, autogene Übungen, sportliche Aktivitäten sowie Trainingseinheiten zur besseren Problembewältigung.

von Jan Ehrlich
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