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Jeder, der Porzellan im Haushalt hat, weiß, dass sich auf der Unterseite jedes Teiles Zeichen oder Stempel befinden. Diese heißen Porzellanmarken und geben Auskunft über den Hersteller des Porzellans. Solche Kennzeichen befanden sich schon unter römischen Keramiken und frühem chinesischem Porzellan. In Deutschland hat diese Art der Kennzeichnung noch lange auf sich warten lassen. Erst im frühen achtzehnten Jahrhundert, als das Porzellan in Deutschland Einzug hielt, wurden die Porzellanmarken aufgebracht. Die ersten Kennzeichnungen wurden mit dem Pinsel und blauer Farbe aufgetragen. Ab den Anfängen des neunzehnten Jahrhunderts wurden dann Gummistempel hinzugenommen und die Kennzeichnung erfolgte mit Hilfe grüner Farbe.

Aufgrund der Einführung der Porzellanmarken, war es sehr bald notwendig, Schutzgesetze einzuführen. Das wichtigste Gesetz in das Handelsmarkengesetz, das vorschrieb, dass auf allen importierten Porzellanen das Herkunftsland aufgeprägt sein musste. In Deutschland war das die Aufschrift Made in Germany oder auch nur "Germany". Achtzehnhundertvierundsiebzig wurde dann in Deutschland ein Gesetz zum Markenschutz herausgebracht.
Fälschungen von Porzellanmarken gab es schon sehr früh und auch heute wird Billigporzellan aus Asien importiert und dann, mit erfundenen Marken versehen, als Sammlerstücke auf dem Flohmarkt angeboten. Aber auch deutsche Marken wurden sehr bald kopiert, etwa Meissner Porzellan. Es ist interessant zu verfolgen, wie sich die Porzellanmarken der Hersteller im Laufe der Zeit verändert haben. Das Internet macht es möglich. So kann man sich als Interessierter sehr genau über die Entwicklung der jeweiligen Stempel informieren und somit, eventuell schon länger zum Familienbesitz gehörendes Porzellan, zeitlich einordnen.
Porzellanmarken befinden sich aber nicht nur auf den Unterseiten der Gebrauchsgegenstände, wie etwa Kannen, Tassen und Tellern, sondern auch auf den Unterseiten von Keramiken und Sammelfiguren. Wer kennt nicht die Tierfiguren, die leichthin als Staubfänger bezeichnet werden? Selbst auf ihren Unterseiten befinden sich Kennzeichnungen, die sehr schnell auf den Hersteller schließen lassen. Doch nicht nur zur Erkennung des Herstellers sind diese Markierungen gut, nein, sie erleichtern oftmals auch das zeitliche Einordnen des Porzellans und lassen auf Echtheit oder Fälschung schließen. Wenn Sie also ein Porzellan Ihr Eigen nennen, nehmen Sie sich doch einfach mal die Zeit und schauen auf der Unterseite nach, welchem Schöpfer Sie dieses edle Stück zu verdanken haben.
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Kommentare
lillywegele [Gast]
wo finde ich so ein buch über stempel von bavaria