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Schnell, schneller, VDSL

VDSL steht für Very High Speed Digital Subscriber Line und ist eine Technik der Datenübertragung, die deutlich höhere Datenübertragungsraten als ADSL oder ADSL2+ ermöglicht. Von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) wurden bisher zwei VDSL-Standards verabschiedet: VDSL1 (2003) und VDSL2 (2005). VDSL1 spielt jedoch nur eine untergeordnete Rolle und konnte sich bisher lediglich in China, Japan und Südkorea durchsetzen. Mit VDSL1 sind maximale Übertragungsgeschwindigkeiten von 52 Mbit/s möglich, die Übertragungsbandbreite sinkt jedoch mit der Länge der Anschlussleitung. Aus diesem Grund darf der Abstand zwischen dem Anschluss des Teilnehmer-Endgerätes und der Vermittlungsstelle nicht zu groß werden.

Immer größere Bedeutung gewinnt hingegen der VDSL2-Standard. Der Vorteil liegt hierbei vor allem bei noch höheren Datenübertragungsraten (bis zu 100 Mbit/s) und der größeren Reichweite als bei VDSL1. Ermöglicht wird dies durch ein mit 30 MHz größeres Frequenzspektrum und die Verwendung der Discrete Multitone Modulation (DMT). Bei VDSL1 wird neben DMT auch die QAM-Technologie (Quadrature Amplitude Modulation) verwendet.

VDSL2 basiert grundsätzlich auf dem ADSL2+-Standard und ist zu diesem vollständig abwärtskompatibel. Außerdem bietet VDSL2 die Möglichkeit, gleichzeitig mehrere virtuelle Verbindungen über eine physikalische Verbindung realisieren, um z.B. IPTV-Daten priorisieren zu können. Zusätzlich sind bei VDSL2 acht unterschiedliche "Profile" vorgesehen. In diesen Profilen ist unter anderem die jeweilige Grenzfrequenz, der Trägerabstand, der Frequenzplan (die Verschachtelung der einzelnen Upstream- und Downstreamkanäle ineinander), sowie die erzeugte Signalstärke geregelt. Es existieren unterschiedliche Profile für nordamerikanische, europäische und asiatische Netze, wodurch die weltweite Verwendung von VDSL2 ermöglicht wird. Da die unterschiedlichen Profile auch unterschiedliche Parameter haben können, kann die maximal erzielbare Datenübertragungsrate von Profil zu Profil variieren.

Ein weiterer Unterschied zum herkömmlichen ADSL, das mit einer zentralen Netzstruktur aufgebaut wurde, ist die bei VDSL genutzte verteilte Baumstruktur. Das VDSL-Netz ist ein so genanntes Hybrid-Netz, es besteht aus einer Kombination aus Glasfaser- und Kupferleitungen. Die Glasfaserkabel werden von der Ortsvermittlungsstelle bis zu den Kabelverzweigern am Straßenrand geführt. Die DSL-Vermittlungsstellen (DSLAM) „wandern“ dabei von der Ortsvermittlungsstelle in die Kabelverzweiger und werden vom Glasfaserkabel gespeist. Ein DSLAM kann in etwa 100 Haushalte mit VDSL versorgen. Durch die Glasfaser wird die Kupferkabelstrecke verkürzt, so beträgt die Länge des Kupferkabels zum Benutzer nur einige hundert Meter und auf der Kupferleitung kann eine höhere Geschwindigkeit gefahren werden. Diese Infrastruktur wird auch „Fiber to the Curb“ (FTTC) genannt und bedeutet soviel wie „Glasfaser bis zum Bordstein“.

Die VDSL-Standards wurden für so genannte "Triple-Play-Dienste" entwickelt. Darunter versteht man die Zusammenführung von Telefondiensten in Form von Analog-/ISDN- beziehungsweise IP-Telefonie, Breitbandinternet und (hochauflösendes) IPTV. Die klassische Festnetztelefonie wird, wie auch bei ADSL-Anschlüssen, auf derselben Leitung in einem anderen Frequenzbereich übertragen. Um gegenseitige Störungen der Festnetz-Telefonie- und VDSL-Signale zu verhindern, werden VDSL2-Splitter auf Nutzer- und Netzbetreiberseite eingesetzt.

VDSL ist mit Sicherheit eine Technik mit Zukunft, auch wenn die Preise deutlich über denen von normalen DSL-Angeboten liegen und noch keine Flächendeckung mit VDSL erreicht ist, da die Deutsche Telekom AG VDSL2 über T-Home hauptsächlich in den großen Ballungszentren anbietet (z.B. in Berlin, Düsseldorf oder auch Leipzig). Ein weiterer Ausbau des Netzes ist aber geplant.

» VDSL Tarife und Anbieter

Autor: Maik Wildemann

 
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  03.09.2007
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