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Übergewicht & Untergewicht durch Stress

Hektik, Konkurrenzdruck oder familiäre Probleme wirken sich auch auf die Ernährung aus. Rund die Hälfte der Deutschen hat mindestens einmal im Leben Übergewicht & Untergewicht durch Stress.

Essen dient nicht allein der Ernährung. Es ist ein wichtiger Teil unseres sozialen und persönlichen Erlebens. Auf Stress reagieren daher die meisten Menschen mit veränderten Essgewohnheiten.

Ernährungswissenschaftler und Hirnforscher erklären dies damit, dass unser Gehirn in Belastungssituationen unseren Stoffwechsel anders reguliert. Entweder essen wir unkontrolliert und übermäßig viel, um einen vermeintlich höheren Energiebedarf zu decken. Der Körper hamstert sozusagen Kräfte für schlechtere Zeiten. Oder wir erliegen dem Impuls, unsere körperlichen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Übergewicht & Untergewicht durch Stress stellen daher zwei Pole des gleichen gesundheitlichen Problems dar.

Wer seinen beruflichen Druck oder emotionale Bedürfnisse mit Essen kompensiert, sorgt unweigerlich für einen ständigen Energieüberschuss. Wachsendes Übergewicht ist die Folge. Noch schwieriger zu besiegen als diese Extrapfunde ist allerdings die psychische Gewöhnung daran, dass Essen zum Trost oder zur Entspannung dient.

Ein gegenteiliger Effekt tritt ein, wenn psychische oder emotionale Belastung das Hungergefühl drosseln, während gleichzeitig der Energieumsatz steigt. Mangelnder Schlaf, körperliche Unruhe und eine erhöhte Stoffwechseltätigkeit verbrauchen dann mehr Kalorien als die Nahrung liefert.

Wenn auch der Magen auf den Druck reagiert, führen Schmerzen oder Übersäuerung zu einem Teufelskreis von Übergewicht & Untergewicht bei Stress. Ernährungspsychologen empfehlen in diesen Fällen, sich bewusst Zeit und Ruhe zu gönnen für die Mahlzeiten. Ein ergänzender Ausdauersport kann helfen, überschüssige Kalorien zu verbrennen und die Bewegungsunruhe zu beseitigen. Wem der Stress den Appetit verschlägt, findet meist mit Entspannungsübungen wieder zu einer besseren Wahrnehmung der eigenen körperlichen Bedürfnisse und damit auch des Hungergefühls. Aus Sicht von Experten lassen sich die negativen Effekte von Stress am besten durch eine Kombination aus mentalem Training und spezieller Diät reduzieren.

von Hans Ludwig   24.10.2008
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