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Berliner Weisse - saurer Genuss aus der Hauptstadt

Die Berliner Weisse, ein obergäriges Schankbier, ist vor allem als Mixgetränk mit Schuss beliebt. Denn wegen seines vergleichsweise sauren Geschmacks wird das Bier meist mit Fruchtsirup getrunken.

berliner weisse
© Pescatore - Fotolia.com
7 bis 8 Prozent Stammwürze und einen Alkoholgehalt von rund 2,8 Prozent vol. hat das obergärige Schankbier Berliner Weisse, das nicht nur bei Touristen in der Hauptstadt bekannt und beliebt ist. Hergestellt wird das Bier, dessen empfohlene Trinktemperatur bei 8 bis 10 Grad Celsius liegt, vornehmlich aus Gerste und Weizen. Die Mischung liegt dabei entweder bei 1:3 oder 1:4 – je nach Hersteller. Das Besondere an Berliner Weiße: Nach dem ersten Gärungsprozess, der alkoholischen Gärung, folgt in einem zweiten Schritt eine so genannte Milchsäuregärung. Dabei wird zusätzlich Milchsäure erzeugt, die unter anderem für den leicht säuerlichen Geschmack des Kultgetränkes verantwortlich ist. Darüber hinaus sorgt der Milchzucker aber auch dafür, dass das Bier ungewöhnlich lange haltbar bleibt. Bei richtiger Lagerung kann das obergärige Bier mehrere Jahre lang stehen bleiben, ohne dass es schlecht wird.

Woher das Getränk der Hauptstadt eigentlich kommt, konnte nie ganz geklärt werden. Als sehr wahrscheinlich gilt jedoch, dass das Bier seinen Ursprung im 16. Jahrhundert hat, und sein Erfinder Cord Broihan hieß. Er war Brauer und versuchte, nach einem Aufenthalt in Hamburg zurück in seiner Heimat Halberstadt, das Hamburger Bier nachzuahmen. Erst später veränderten Berliner Brauer die Rezeptur des beliebten Bieres und stellten das erste „Berlinische Weizenbier“ her, das zwischen 1642 und 1680 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. Erfolgreiche Spezialbrauereien entstanden und um das Jahr 1800 gab es in Berlin mehrere hundert Weißbierlokale. Auch die Soldaten Napoleons waren von dem Bier begeistert. Als sie es Anfang des 19.Jahrhunderts kennenlernten, verliehen sie ihm den Titel "Champagne du Nord".

Bekannt und beliebt ist das Bier auch heute noch, nicht nur bei den Franzosen. In unzähligen Filmen und auch in einigen Liedern spielte es eine prominente Rolle und wurde so schnell zum Kultgetränk. Heute wird das berühmte Bier in der Regel als Mischgetränk getrunken, was lange Zeit unüblich war. Die Zugabe von Himbeer- oder Waldmeistersirup ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts und hat sich nach und nach durchgesetzt. Mittlerweile gibt es die verschiedenen Mischungen bereits fertig zu kaufen. Aber auch Mischungen mit Sekt oder verschiedenen Likören sind mittlerweile bekannt. Richtige Berliner trinken ihre Weisse übrigens ohne Strohhalm – das ist als touristisch verpönt.

von Lisa Jäger
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