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Lapachotee: Heilwirkung aus Lapacho? Tee oder Medizin?

Argentinische Indianer und andere Anhänger magischer Heilkunst wenden Lapachotee als Medizin an. Aber was ist Lapacho? Tee oder Heilmittel?

lapacho tee
© darknightsky - Fotolia.com

Der Lapacho ist ein schöner hoher Laubbaum und kommt vor allem in Mittel- und Südamerika vor. Besonders wertvoll ist sein hartes Holz, das sowohl in der Medikation als auch im Hausbau angewandt wird. Es eignet sich besonders für die Konstruktion von Bücherschränken oder –wänden, da es keine Risse oder Spalten aufweist und sich folglich nur schwerlich Ungeziefer einnisten kann. Für ein perfektes Regal aus Lapachoholz werden mehrere dünne Holzschichten mit einem Insekten abweisenden Klebstoff verleimt.


Auch die Rinde des bis zu fünfunddreißig Meter hohen Baumes mit seinen charakteristischen glockenförmigen rosa Blüten ist wertvoll und wird genutzt. Aus der Bastschicht der Innenrinde gewannen bereits die Inkas ein Extrakt. Später brührten sich die Indianer in Paraguay, Peru und Bolivien aus der Essenz einen Sud auf. Sie bezeichneten den Lapacho als »Baum des Lebens« und tranken den Absud sowohl zum Genuss als auch zur Heilung.


Die Indianer tranken den Lapachotee für alles und gegen alles. Kein Wunder, dass sie das Gebräu auch in Kreisen gesundheitsbewusster Bobos (bohème-bourgeois) in den westlichen Ländern großer Beliebtheit erfreut. Man glaubt, Lapachotee stärke die Abwehrkräfte, senke den Blutdruck, beruhige die Nerven, treibe Schweiß und Harn, stille Schmerz und wirke antibakteriell. Innerlich wendet man die Infusion bei Grippe, Erkältungen und Verdauungsproblemen, äußerlich bei Wunden, Insektenstichen, Herpes usw. an. Lapachotee ist jedoch ein Hausmittelchen und sollte den Besuch beim Arzt nicht ersetzen.


Lapachotee schmeckt erdig bis süßlich und hat eine leichte Vanillenote. Wer gern Rotbuschtee trinkt, wird auch den Lapacho genießen. Umstritten und gänzlich unbewiesen ist freilich seine Heilwirkung. Zwar enthält das Gebräu Spurenelemente wie Iod, Bor, Barium und Stronium, außerdem Eisen, Calcium und Kalium, zwar kann man dank der antibiotischen Naphthochinonverbindungen Lapachol resp. Lapachon einen tonisierenden, die Verdauung anregenden Effekt nachweisen; die krebsheilende Wirkung, die manche dem Lapachotee nachsagen, ist bis heute jedoch nicht nachgewiesen. Auch sollte man den Genuss nicht übertreiben und Lapachotee nicht länger als sechs Wochen am Stück genießen. Schwangere sollten ganz darauf verzichten. Frauen in guter Hoffnung können sich jedoch damit einreiben. Das schadet nichts.

 
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