Die Top Charts - eine 66 Jahre alte Erfolgsgeschichte
Die deutsche Musikindustrie misst ihre CD-, DVD- und VHS-Verkaufszahlen anhand der Media Control Charts, diese Hitparaden erscheinen ein Mal pro Woche in zwei bekannten Zeitschriften.

Dafür nimmt sich die Musikindustrie die Charts zur Hand. Die Top Listen spiegeln somit nicht nur die Verkaufszahlen wider, sie zeigen den Verlagen, ob sich ihre Werke verkaufen und vor allem: in welcher Zahl. Dabei geht die Geschichte der Charts lange zurück, so fing in Deutschland alles im Jahr 1953 an. Damals kam die Jukebox aus den Vereinigten Staaten in die Republik. Im Zuge dessen erhob eine Zeitschrift eine monatliche Auflistung, welche Boxen-Schlager am meisten liefen. So blieb das Heft lange Zeit die einzige messbare Angabe zu Musik und ihrer Beliebtheit in Deutschland. Erst sechs Jahre später, 1959, kam der eine weitere bekannte Zeitschrift auf den Markt. Hier erschienen ebenfalls jeden Monat die Listen mit den beliebtesten Songs. Die erste Nummer eins dieser Liste war Freddy Quinns Lied „Die Gitarre und das Meer“. Diese Hitparade war schnell die Nummer eins im Land und lief somit den Boxen-Charts den Rang ab. 1977 wurde die Ermittlung auf die Firma Media Control übergeben, die übrigens heute noch für die offiziellen deutschen Hitlisten verantwortlich zeichnet. Dass es 100 Plätze pro Hitparade gibt, legte die Industrie erst 1989 fest. Seit acht Jahren werden die Verkäufe von Internet-Händlern und der Verkauf von Musikvideos in die Listen mit einberechnet. Seit 2004 gehören sogar die Musik-Downloads aus dem Internet zu der Wertung. Media Control arbeitet indes im Auftrag des Bundesverbandes der phonographischen Wirtschaft.
Die Charts werden jede Woche in verschiedenen Zeitschriften und Fernsehsendungen veröffentlicht. In Deutschland gibt es zurzeit die Top-100-Single-Charts, die Top-100-Album-Charts und die Top-30-Compilation-Charts. Dazu noch die Dance-Charts, die Top-30-Jazz-Charts, die Top-20-Musik-DVD-Charts und die Top 20 des deutschen Schlagers. Sparten-Charts wie „Black“ oder „Alternative“ werden von einer anderen Firma vermarktet und stellen laut Media Control keine echten Verkaufszahlen dar. So zeigt sich, die Musikbranche geht in deutschen Haushalten ein und aus. Und sagt uns sogar, wie oft und durch wen.


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