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Ist ein Forwarddarlehen eine günstige Option?

So günstig wie im Moment werden die Zinsen nicht lange bleiben. Man kann zwar die Zukunft nicht aufhalten, aber die Gegenwart ein Stück weit festhalten. Mit einem Forwarddarlehen sichert man sich die aktuellen Zinsen.

„Ausgerechnet jetzt sind die Zinsen niedrig. Schade! In drei Jahren werden sie wieder nach oben gegangen sein und dann stehen die Verhandlungen über das Anschlussdarlehen an.“ So oder so ähnlich denkt mancher, der gerade die ersten schwierigen Jahre nach dem Kauf der eigenen Wohnung oder nach dem Bau des Eigenheims hinter sich hat. Die kommende Zinsentwicklung muss man aber nicht mit sorgenvollem Blick beobachten und sich bei jeder Steigerung um einen Viertelprozentpunkt ärgern.

Seit über 10 Jahren gibt es die Möglichkeit, sich durch ein Forwarddarlehen den aktuellen Zinssatz mittelfristig zu sichern. Für drei Jahre im Voraus kann man bereits den Anschlussdarlehensvertrag abschließen. Es werden jetzt alle Konditionen und vor allem der günstige Zinssatz vereinbart. Die Auszahlung mit Beginn der Tilgung und Zinszahlung erfolgt erst, wenn das vorherige Darlehen ausgelaufen ist. Die Zinssicherheit erkauft man sich aber mit einem Zinsaufschlag. Die Höhe des Zinsaufschlags ist davon abhängig, wie weit im Voraus das Darlehen aufgenommen wurde. Bei einem Jahr im Voraus ist der zusätzliche Zins niedriger, als bei zwei oder drei Jahren.

Ob ein Forwarddarlehen eine günstige Option ist, kann man natürlich nie mit absoluter Sicherheit sagen. Schließlich weiß man nicht, welche politischen Ereignisse die Zinsentwicklung beeinflussen. Dennoch ist es vernünftig Vorsorge zu treffen. Angesichts der aktuell niedrigen Zinsen ist es durchaus wahrscheinlich, dass in drei Jahren wieder höhere Zinsen marktüblich sein könnten. Wenn also in zwei oder drei Jahren die Anschlussfinanzierung ansteht, kann man schon jetzt seine Optionen prüfen. Am besten man holt sich Angebote von verschiedenen Kreditinstituten ein oder beauftragt einen unabhängigen Finanzmakler.

Der Vergleich lohnt sich, denn die Zinsaufschläge unterscheiden sich. Interessant sind die Angebote von Direktbanken. Das bedeutet allerdings, dass die Abwicklung per Internet erfolgt. Günstige Onlinefinanzierer verlangen unter Umständen mehreren Tausend Euro Zinsen auf eine Kreditsumme von 100.000 Euro weniger. Allerdings kostet der Wechsel der Bank, denn für die Übertragung der Grundschuld auf eine andere Bank fallen in der Regel Gebühren an. Man kann aber auch mit den günstigeren Bedingungen der anderen Finanzierer in der Hand und mit Verhandlungsgeschick, die eigene Hausbank zu einem besseren Angebot bringen. Insgesamt kann eine Absicherung der Anschlussfinanzierung im Voraus eine günstige Option sein.

von Antonia Hartmann   14.01.2009
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