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Anleihen

Der Klassiker unter den Zinspapieren

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die der Emittent, ein Unternehmen oder Staat, zur langfristigen Finanzierung nutzt. Der Käufer leiht dem Emittenten Geld, z.B. 100 € pro Anleihe. Als Gegenleistung erhält er regelmäßig (in der Regel jährlich) einen Kupon, die Verzinsung der Anleihe, z.B. 5 €. Der entsprechende Zins (hier 5 %) hängt ab von der Bonität (Zahlungsfähigkeit) des Emittenten und vom Marktzinsniveau.

Das Marktzinsniveau

Grundsätzlich gilt, der Kurs einer Anleihe kann während der Laufzeit schwanken, sobald sich der Marktzins ändert. Erhöht die Zentralbank eines Landes den Leitzins, wirkt sich dies unmittelbar auf das gesamte Zinsniveau im jeweiligen Währungsraum aus. Steigende Zinsen führen zu niedrigeren Kursen, sinkende Zinsen zu höheren Kursen der bestehenden Zinspapiere. Hält man die Anleihe über die gesamte Laufzeit und wartet auf die verbriefte Rückzahlung durch den Emittenten, entspricht die erzielte Rendite jedoch immer der effektiven Verzinsung zum Kaufzeitpunkt. Darin besteht die Sicherheit bei der Geldanlage in Anleihen.

Durch die Kursschwankungen bei Zinsänderungen ist es normalerweise nicht möglich, Anleihen zu kaufen, die bei gleicher Bonität eine über- oder unterdurchschnittliches Zinsniveau aufweisen. Erwartet man dennoch mehr Zinsen für sein Geld, muss man bereit sein, das Zinspapier eines unzuverlässigeren Gläubigers zu kaufen.

Das Bonitäts-Rating – Einstufung des Gläubigers

So genannte Rating-Agenturen (z.B. Standard&Poors) bewerten die Zahlungsfähigkeit von großen Unternehmen und Staaten. Gilt die Rückzahlung von Anleihen als gesichert, erhält der Emittent ein hohes Rating, andernfalls ein niedriges. Standard & Poors – Ratings von AAA (Tripple A) bis BBB (Tripple B) gelten als sicher, darunter liegende Ratings als spekulativ. Die Rating Agentur “Fitch Ratings” bewertet im Rahmen ihrer langfristigen Einstufungen analog.

Ähnlich funktioniert das Unternehmens-Rating von Moody’s: Ratings von Aaa bis Baa gelten als sicher. Bei Moody’s Rating erkennt außerdem an den hinten an stehenden Ziffern, ob sich ein Unternehmen im oberen, mittleren oder unteren Drittel der jeweiligen Kategorie bewegt.

In spekulative Anleihen sollte man nur dann investieren, wenn man von der Zahlungsfähigkeit des Emittenten innerhalb des jeweiligen eigenen Anlagehorizonts überzeugt ist. Andernfalls jagt man leicht den Teufel mit dem Beezlebub und tauscht das Aktienrisiko gegen das Liquiditätsrisiko des Emittenten.

von Rike Dellers   18.03.2009
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