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Ist der Scheidungskrieg vermeidbar?

Wenn man bedenkt, dass ein Scheidungskrieg in erster Linie den Anwälten und Gerichten hohe Einnahmen beschert, sollte man ihn nach Möglichkeit vermeiden.

Das setzt allerdings ein konstruktives Umgehen mit den am Ende einer Ehe auftretenden Problemen voraus. Dazu kann man sich selbst animieren, indem man sich vor Augen hält, dass ein Scheidungskrieg allen Beteiligten schadet und nur die Anwälte einen finanziellen Vorteil daraus ziehen.

Die größten Differenzen in einem Scheidungskrieg gibt es in der Regel um die minderjährigen Kinder. Das ist sehr tragisch, weil es die Kinder sind, die dann man meisten unter diesen Auseinandersetzungen leiden. Hier sollten die Eltern bei allen negativen Emotionen gegenüber dem anderen Elternteil daran denken, dass sie in erster Linie die Verpflichtung haben, das Wohl der Kinder sicher zu stellen. Deshalb sollte man sie auch möglichst nicht aus ihrer gewohnten Umgebung herausreißen, wie das im Scheidungskrieg leider oft genug gemacht wird. Vor allem für jüngere Kinder ist es ohnehin schon schwer genug, sich damit abfinden zu müssen, dass nicht mehr beide Elternteile ständig verfügbar sind. Nimmt man ihnen dann auch noch das stabilisierende Umfeld von Schule und Freundeskreis, sind größere psychische Probleme oft vorprogrammiert.

Oft wird der Scheidungskrieg auch um materielle Werte wie zum Beispiel Immobilien geführt. Zwar käme man hier durchaus günstiger weg, wenn man sich einen gemeinsamen Anwalt nimmt, aber im Sinne einer für beide Beteiligten optimalen Beratung ist es sinnvoller, wenn jeder einen eigenen Anwalt beauftragt. Dann können die beiden aushandeln, welche Teilung den gesetzlichen Regelungen und den Wünschen der beiden Parteien am nächsten kommt. Für die anwaltliche Beratung und Vertretung kann man sie so genannte Beratungs- und Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen, die einkommensabhängig entweder als Zuschuss oder als zinsloses Darlehen von den Landesjustizkassen gewährt werden kann.

Wenn man die Anwälte quasi als Puffer dazwischen schaltet, kann einiges an emotional hoch belasteten Streitereien zwischen den sich trennenden Ehepartner auch im Interesse der Kinder vermieden werden. Außerdem muss man so für die Klärung nicht vor der eigentlichen Gerichtsverhandlung persönlich aufeinandertreffen.

von Lena Ringerts  27.11.2008
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