Wird das G8 Treffen Kriege verhindern? Was ist die Kritik der G8 Gegner?
Oft war Krieg ein Thema bei den G8 Treffen. So wurde 2006 in St Petersburg der Golfkrieg diskutiert. Das offizielle Thema lautete “Die Eskalation in Nahost stoppen”. Ein vermutlich allen Menschen unterstützenswert erscheinendes Ziel. Immerhin gibt es derzeit etwa 40 Kriege und bewaffnete Konflikte auf der Welt (vgl. http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/kriege_aktuell.htm#Ueberblick).
Zugleich wird sicher diskutiert werden, wie man den Kampf gegen den Terrorismus effektiver führen kann.
Was haben nun die Kritiker des G8 Gipfels dagegen einzuwenden, dass die Staats- und Regierungschefs der acht mächtigsten Industrienationen darüber diskutieren, wie diese Kriege beendet werden können? Die Antwort lautet: “Im Prinzip nichts.”. Es wird jedoch vielfach angezweifelt, ob auf dem G8 Treffen tatsächlich Entscheidungen zur Kriegsvermeidung getroffen werden. Die Ursache für diese Zweifel ist, dass das Handeln der Regierungschefs tatsächlich ihre Worte in ein anderes Licht rückt. Die weltweiten Rüstungsausgaben belaufen sich derzeit auf 1000 Milliarden Dollar - davon 80 Prozent in den G8 Ländern. Auch bei Rüstungsexporten sind die G8 traurige Meister. Ein kleiner Teil der Rüstungsausgaben würde ausreichen um alle Menschen mit sauberen Trinkwasser, ausreichender Ernährung, medizinischer Hilfe und einer Grundausbildung zu versorgen. So haben beispielsweise in Afghanistan 90 Prozent der Bevölkerung kein fließendes Wasser, 50 Prozent der Kinder gehen nicht zur Schule. Laut Kinderhilfe würden allein die Kosten für den deutschen Tornadoeinsatz den Bau von 1000 Schulen in Afghanistan ermöglichen. Folgt man nun der Argumentation der G8 Kritiker, so wäre der Einsatz eines Teiles der Rüstungsausgaben für humanitäre Ziele ein weit besserer Garant für den Weltfrieden und gegen die Unterstützung von Extremisten, als ein militärisches Vorgehen. Nach Meinung der Globalisierungskritiker ist das Ziel der von Industriestaaten selbst geführten oder mit Waffenlieferungen unterstützten Kriege, weder von humanitärer Natur noch gegen den internationalen Terrorismus gerichtet. Es ginge hier lediglich um die Sicherung billiger Rohstofflieferungen.
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