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Vor- und Nachnamen von Personen und geografische Namen sind selten Zufall – wann Namen entstanden sind, wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben und
Die Onomastik hat sich in den letzten Jahren als eigenständige Wissenschaft entwickelt und eine Reihe von Forschungsergebnissen in Form von Fachbüchern hervorgebracht. In der Vergangenheit wurden Fragestellungen zu diesem Themenbereich im Rahmen der Ethymologie, der Herkunftsforschung der Sprache, und der Genealogie, der Ahnenforschung, behandelt.
Die Namensforschung ist auch eine Reise in die Vergangenheit und hilft, die geschichtlichen, vor allem die soziokulturellen Entwicklungen zu verstehen. Viele Familiennamen sind im früheren Mittelalter aus den Handwerkszünften entstanden und waren ursprünglich die Berufsbezeichnungen des Familienoberhauptes, die dessen Rufnamen nachgestellt wurden. Böttcher, Schreiner, Müller und Zimmermann sind klassische Beispiele dafür. Adelsnamen weisen meistens einen regionalen Bezug auf und bezeichnen den Ort, den die Adelsfamilie zu den Zeiten beherrschte, als der Name angenommen wurde. Viele Ortschaften entstanden aus den Wirtschaftshöfen der jeweiligen Familie.
Eine konsequent betriebene Ahnenforschung gibt Aufschluss über den gesellschaftlichen Zustand der jeweiligen Zeitepoche und beantwortet Fragen wie: Ließ eine starke Handwerkszunft die mittelalterliche Stadt wirtschaftlich aufblühen? Beherrschte der Adel die Gesellschaft? Welches Herrschergeschlecht behielt bei den Fehden untereinander die Oberhand? Durften Blaublütige nur untereinander Familien gründen oder war der Name nur ein bedeutungsloses Relikt eines verarmten Adelsgeschlechts? Geographische Namen, vor allem Ortsbezeichnungen, zeigen deutlich, welches Volk oder welche Nation die jeweilige Region bei der Gründung der Siedlung beherrscht oder besiedelt hat. So haben in der Südhälfte Deutschlands viele Städte einen römischen Ursprung, im Nordosten Deutschlands weisen zahlreiche Ortsnamen auf die Besiedlung der Region durch die Slawen zum Ende des ersten Jahrtausends hin.
Ein Spezialgebiet der Onomastik sind Marken- und Produktnamen. Dieser Teilbereich deckt vor allem den Zeitraum seit der Gründerzeit in Deutschland, Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts ab. Die Erforschung der Produktnamen ist auch eine Untersuchung der Wirtschaftsgeschichte der vergangenen 150 Jahre und deckt erstaunliche Parallelen in den verschiedenen Epochen auf.
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