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Wer steckt eigentlich hinter der Schaubach Kunst?

Sie gilt als eine der bekanntesten Porzellanmanufakturen Deutschlands: die Schaubach Kunst. Welche Geschichte und welcher Gründer hinter ihrem Namen stecken.

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© Brigitte Bonaposta - Fotolia.com
Die Schaubach Kunst ist heute nicht nur unter Sammlern ein Begriff. Ein gutes Beispiel, welches belegt: Qualität und Kreativität zeichnen sich aus. Doch der Weg zum Erfolg war nicht von Anfang an vielversprechend. Wie Heinz Schaubach die Porzellanfiguren zu dem machte, was sie heute sind – einfach nur Glück oder doch unternehmerisches Können? Die Wallendorfer Porzellanfabrik verkaufte 1919 ihre Anteile an die Porzellanmanufaktur Faureuther AG. Fortan galt die Wallendorfer Porzellanfabrik als eine Zweigniederlassung, eine Kunstabteilung der Faureuther AG. Doch beide Dependancen mussten resultierend aus der großen Weltwirtschaftskrise Anfang der 20er des 20. Jahrhunderts Konkurs anmelden. Alle Arbeiter legten bis zum Jahre 1928 ihre Arbeit nieder, die Maschinen standen still, die Produktion stagnierte.

Heinz Schaubach, der zu der damaligen Zeit der Direktor der Kunstabteilung war, kaufte die gesamte Konkursmasse zu einem verhältnismäßig günstigen Preis auf. Unter seiner Leitung verkaufte sich das mannigfaltig verarbeitete Porzellan sehr gut, so dass Heinz Schaubach gut 12 Jahre später zusätzlich die in der Nähe gelegene Porzellanmanufaktur Unterweißbacher Werkstätten aufkauft, die zugehörig zu einer Unternehmensgruppe, ebenfalls Konkurs anmelden musst. Mit dem zweiten Weltkrieg kamen die Probleme: Neben äußerst hoch rationierter Kohle, die Heinz Schaubach für den Betrieb seiner Öfen benötigte, wurde der Großteil aller Männer, natürlich auch die, die in einem Arbeitsverhältnis standen, eingezogen, um Kriegsdienst zu leisten. Statt sich wie die Konkurrenz auch, Kriegsgefangene für die Arbeit zu holen, kompensierte Heinz Schaubach den Arbeitsausfall mit weiblichen Mitarbeitern. Zwar nicht gezeichnet von direkten Kriegsschäden, so doch von solchen, die sich auf die allgemeine Marktsituation, die lädierte Infrastruktur auswirkte und natürlich die Rohstoffe schrumpfen ließ, litt auch die Schaubach Kunst erheblich an den Kriegsfolgen. Heinz Schaubach konnte seinen Betrieb nicht mehr halten und so übergab er Teile der Produktion Franz Goebel, einem Freund von ihm. 1953 werden die beiden Betriebe Schaubach Kunst in Lichte und Heinz Schaubach Unterweissbach volkseigene Betriebe und laufen fortan unter ihren alten Namen weiter.

Heinz Schaubach kehrt in diesem Jahr zurück in seine Heimatstadt Mainz.

Auch heute sind die Porzellanfiguren, wie die berühmten tanzenden Mädchen, die Sammeltassen und Gedecke, die Zierteller und Schalen, die Vasen oder die Wandmasken noch hin und wieder auf dem Markt erhältlich; jedoch haben sie inzwischen einen Sammlerwert, der die Preise sehr hochtreibt.

Das Siegel der Porzellanfabrik unter allen Erzeugnissen verweist auf ihre besondere Herkunft.

von Jona Ziegler
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