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Steffen Posner

Was war das Usenet ursprünglich?

Das Usenet ist ein weltweites, elektronisches Netzwerk verschiedener Server, das Diskussionsforen, die als Newsgroups bezeichnet werden, zu jedem Thema bereitstellt und an dem im Prinzip jeder teilnehmen kann.

Um an diesen Newsgroupsteilnehmen zu können braucht man einen Newsreader, wie beispielsweise Outlook.Viele vergleichen das Usenet mit den schwarzen Brettern aus der Schule oder demLaden um die Ecke: Jemand schreibt eine Mitteilung und hängt diese an dasSchwarze Brett, wo sie für jeden Interessierten zu lesen ist. Dieser Vergleich ist abernicht optimal, weil er die Funktion der Antwort nicht berücksichtigt: Eine Nachricht an

einem Schwarzen Brett wird dort normalerweise nicht durch jemanden beantwortet,indem dieser wiederum eine weitere Nachricht anheftet. Beim Usenet werden dieNachricht und die Antwort über dasselbe Medium angezeigt. Ein angemessenerer Vergleich wäre eine Zeitung: Ein Benutzer schreibt einen Artikel,oder eine Nachricht und stellt diese im Medium (dem Server) zur Verfügung. Artikelim Usenet werden als Article oder News bezeichnet. Der Leser nimmt auf den Artikel Bezug und schreibt dazu einen ?Leserbrief?, der im Usenet als Follow-up bezeichnet wird, den er an die Zeitung schickt.Der Leserbrief löst weitere Reaktionen anderer User aus, die nun ebenfalls Briefeund Artikel zu diesem Thema schreiben und diese auf den Server laden. Die Kommunikation funktioniert also in jede Richtung. Der wichtigste Unterschied zu einer Zeitung ist jedoch, dass es im Usenet keine Redaktion gibt, die die Leserbriefe sortiert und entscheidet welche davon veröffentlicht werden. Grundsätzlich werden alle Posts veröffentlicht. Ausnahme sind die relativ wenigen moderierten Newsgroups. Die ?Redakteure? oder in diesem Fall Moderatoren werden dort aber im Allgemeinen demokratisch gewählt und sind an die

Mehrheitsentscheidung der Mitglieder des Newsgroups gebunden. Ein wesentlicher Vorteil des Usenets ist die Geschwindigkeit, ein weiterer die hohe

Teilnehmerzahl. Innerhalb weniger Stunden können zu interessanten und wichtigen Themen riesige Diskussionsbäume (so genannte Threads) entstehen. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass das Usenet wegen seiner redundanten Verteilung auf einige

tausende Newsserver in vielen verschiedenen Staaten gegen Zensur relativ unempfindlich ist. Dazu kommt, dass es im Usenet in der Regel keine zentrale Benutzerverwaltung gibt, es kann also niemand kontrollieren, wer Zugang zu einer bestimmten Newsgroup hat. Nur in wenigen Ausnahmefällen wird eine Newsgroup von einem Moderator betreut, der jedoch von den Mitgliedern der betreffenden Group gewählt wird und an Mehrheitsentscheidungen gebunden ist. Mailinglisten können von bestimmten Programmen gespiegelt werden, so dass sie auch über einen Newsreader zur Verfügung gestellt werden können. Seit einiger Zeit wird das Usenet nicht nur zum Austausch von Nachrichten verwendet, sondern auch um andere Dateien zur Verfügung zu stellen. Dies können MP3 Dateien, Filme und Programme sein.

 
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Steffen Posner  28.11.2007
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