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Oper: Musik als Revolution

Aufregend ist ein Besuch der Oper: Musik von dramatischer Kraft kann uns in ein neues Leben katapultieren

Erst dreihundert Jahre alt ist die Oper. Musik, Dichtung, Tanz, Gesang, Bühnenarchitektur und –malerei verschmelzen in ihr zu einem Gesamtkunstwerk von großer Suggestivkraft. In der Oper kann man Dinge verwirklichen, die in anderen Kunstformen nicht möglich sind. In einer Arie beispielsweise kann der Komponist die Handlung anhalten und eine Figur ausführlich ihr Innenleben schildern lassen. Diese Momente ermöglichen dem Zuschauer und –hörer immer wieder, die Figuren des Werkes besser kennenzulernen, Er kann während der Arie auch ausführlich in sich selbst hineinhören und das Echo, das die Töne und Worte von der Bühne in ihm auslösen, aufmerksam vernehmen. Die Oper wird so wie keine andere Kunst zur Begegnung des Menschen mit sich selbst.

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Die Zauberflöte eignet sich besonders gut als erste Oper. Musik ist hier ein Zaubertrank, der jeden sofort in die magische Welt dieses Werkes katapultiert, gleich ob es sich um einen Opernkenner oder ein zwölfjähriges Kind handelt, das noch nie in der Oper war. Wolfgang Amadé Mozart schrieb diese Zauberoper als eines seiner letzten Werke. Sie war für ein Vorstadttheater gedacht, für das einfache Volk. Bald aber eroberte sie die Opernhäuser in der ganzen Welt und bezaubert bis heute jeden Hörer, egal, wie oft er sich das Werk schon zu Gemüte geführt hat. Tamino und Pamina sind ein Liebespaar, das erst nach schweren Prüfungen zueinander findet, streng beaufsichtigt von Paminas Mutter, der in hohen Koloraturen singenden Königin der Nacht und dem Priester Sarastro, dessen Bass seine Weisheitslehren verkündet. Auch der Humor kommt in dieser Oper nicht zu kurz. Mit dem Vogelfänger Papageno und seiner Papagena erheitert ein komisch-liebenswertes Paar den Zuschauer.

Fidelio von Ludwig von Beethoven ist eine ganz andere Art von Oper. Musik wird hier zu einer revolutionären Proklamation. Wenn die als Gehilfe des Kerkeraufsehers verkleidete Leonore ihren Gatten aus der politischen Haft befreit, besonders aber wenn der Gefangenenchor von der ersehnten Freiheit singt, ist es schwer, innerlich unbewegt zu verharren. Es bleibt kein Auge trocken. Diese Oper, die zuerst 1805 in Wien aufgeführt wurde, scheint sich erst uns Menschen von heute voll zu erschließen, die wir die politischen Repressionssysteme des zwanzigsten Jahrhunderts kennengelernt haben.

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