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Chinesische Malerei

Chinesische Malerei besticht und unterscheidet sich von europäischer Malerei durch die Kombination von Gemälde und Gedicht sowie dem Malen auf Bildrollen

Die chinesische Malerei hatte ihre Anfänge schon vor etwa 6000 Jahren. Erste bildliche Abbildungen finden sich auf Gefäßen aus Ton. Wenn man sich wesentlich jüngere Gemälde im Stil der chinesischen Malerei ansieht, fällt die faszinierende Eigenartigkeit des chinesischen Malstils auf. Doch was zeichnet diesen Stil eigentlich aus? Zum einen wirkt natürlich das Material. So wird nicht auf Leinwand gemalt, sondern auf Seide oder Papier. Sowohl für die Seidenherstellung als auch die Produktion besonders feinen Papiers ist China ja ebenfalls bekannt. Gemalt wird in der chinesischen Malerei mit Tusche oder Wasserfarben.

Die wichtigsten Motive in der chinesischen Malerei sind Figuren, Landschaften, Blumen und Vögel. Unter den Blumen und Pflanzen werden besonders gerne Bambus, Chrysanthemen und Orchideen abgebildet. Bei der Darstellung geht es nun nicht in erster Linie darum, das Motiv möglichst naturgetreu und realistisch darzustellen. Viel wichtiger ist, eine Stimmung mit dem Bild zu transportieren. Auch die naturgetreue Perspektive hat in der chinesischen Malerei wenig Bedeutung. Es gibt stattdessen Darstellungen, die z.B. eine Landschaft aus ganz unterschiedlichen Perspektiven darstellen.

Charakteristisch für die chinesische Malerei ist, dass sich auf den Gemälden auch meist Gedichte sowie der Stempel des Malers finden. Die Gemälde sind somit oft eine Zusammenführung der Mal- und Dichtkunst sowie der Kalligraphie. Das Gedicht bzw. dessen Inhalt ist in die Konzeption des Gemäldes integriert, Gemälde und Gedicht beziehen sich also aufeinander. Wer der chinesischen Schriftzeichen mächtig ist, dem eröffnet sich somit ein Kunstwerk, das verschiedene Sinne anspricht. Im Unterschied zur europäischen Malerei werden die Bilder in der chinesischen Malerei weder auf einen Rahmen aufgespannt, noch aufgehängt. Da die Bilder auf Bildrollen, Leporellos und Fächern gemalt sind, werden die eigentlichen Bilder nur entrollt oder entfaltet, wenn sie tatsächlich betrachtet werden.

Wer sich selbst an der Malerei im chinesischen Stil versuchen möchte, kann sich das Zubehör im Fachhandel besorgen. Dazu gehören Pinsel, deren Spitze aus Tierhaar besteht. Für Anfänger eignen sich besonders Pinsel aus Marderhaar, Fortgeschrittene können Ziegenhaar-Pinsel verwenden. Allerdings sollte man sich die Konzeption des Gemäldes vorab gut überlegen, denn Seide oder Papier lassen keine nachträglichen Korrekturen zu. Dies zeigt einmal mehr, dass die Meister der chinesischen Malerei große Künstler waren, denn auch bei ihren Gemälden mussten die Pinselstriche beim ersten Versuch sitzen.

 
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von Samuel Klein  18.08.2008
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