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Rundfunk-Sprecher werden und im Rundfunk sprechen

Wer im Rundfunk-Sprecher werden und im Rundfunk sprechen will, muss eine Sprecherausbildung haben und sich vor dem Rundfunk-Gremium bewähren

Noch vor zwei Jahrzehnten wurde streng ausgesiebt, wer im Rundfunk sprechen durfte. Wer glaubte, er sei zum Rundfunk-Sprecher geboren, brauchte zunächst eine Schauspiel- oder Sprecherausbildung. Aber das reichte noch nicht: Beim Rundfunk mußte er eine Sprecher-Prüfung absolvieren. Das lief so: Der Möchtegern-Sprecher erhielt das Manuskript einer Nachrichtensendung sowie ein Musikprogramm. Er hatte Zeit, sich vorzubereiten. Anschließend mußte er die Nachrichten im Studio verlesen und das Musikprogramm frei moderieren.

Die Aufzeichnung wurde einem Gremium im Rundfunk vorgespielt, das entschied, ob der Kandidat als Rundfunk-Sprecher geeignet sei und im Rundfunk sprechen dürfe. Nur ein Bruchteil der Bewerber wurde akzeptiert. Die Begründung: Die meisten Menschen haben unerträgliche Sprachfehler oder sind aus anderen Gründen nicht rundfunktauglich. So kann nicht jeder ein Musikprogramm angemessen und angenehm moderieren. Vielen fehlt nach Einschätzung der Prüfer zudem die Bildung, die ein Klassik-Moderator braucht.

Wer die Zustimmung des Rundfunk-Gremiums erhielt, war freilich noch kein Rundfunk-Sprecher. Bevor er im Rundfunk sprechen durfte, wurde er in sogenannten Parallel-Diensten in die Abläufe im Rundfunk eingewiesen. Dabei lief der künftige Sprecher und Moderator mit einem erfahrenen Rundfunk-Sprecher mit.

Rundfunk-Sprecher zu sein macht Spaß. Es ist zudem eine Möglichkeit, viel über sich selbst erfahren. Die hochsensiblen Mikrophone in einem Rundfunkstudio zeichnen allerdings auch verborgene Momente der eigenen Sprechweise auf; Dinge, die man von sich gar nicht wissen will. Insbesondere am Anfang wird man immer wieder Aufzeichnungen eigener Sendungen anhören, um zu lernen und sich weiter zu entwickeln. Idealerweise lernt man als Rundfunk-Sprecher auch, wer man selbst ist, weil man sich daran gewöhnt, mit der eigenen Stimme zu arbeiten. Im Rundfunk sprechen heißt, die eigene Stimme zu beherrschen und die eigene Persönlichkeit zu kennen.

Heutzutage erfolgt die Auswahl von Rundfunk-Sprechern wesentlich freier. Viele Redakteure probieren sich neben der Recherche von Nachrichten auch als Moderatoren, sowohl bei privaten als auch bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, aus.

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