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Um lyrische Texte im Internet zu präsentieren, sollte man stets ein adäquates Forum suchen. Auf einer Plattform, die eher einem Chat gleicht, wird Lyrik eher das Gefühl von „Perlen vor die Säue“ erzeugen, weil kaum jemand etwas damit anfangen kann; es schlimmstenfalls sogar aus Desinteresse in der Luft zerrissen wird. In einem speziellen Lyrikforum sind also Gedichte/Reime grundsätzlich besser aufgehoben. In Buchform veröffentlicht zeigt sich sehr deutlich, dass der betreffende Kreis der Interessenten recht überschaubar ist. Insofern würde sich möglicherweise eine Mischung aus Lyrik und Prosa eher anbieten, als ein reines Lyrik-Werk.
Das Stichwort „Poesie“ fasst sowohl freie Textmaße als auch Reime zusammen. Der schriftstellerische Oberbegriff lautet „Lyrik“. Im Gegensatz zur „Prosa“; unter die Geschichten, Romane, Erzählungen etc. fallen. Lyrik ist vielseitig und beinhaltet neben dem hier Beschriebenen ebenso Versformen wie Limericks, Haikus/Senryus und weitere. Mögen oder Nichtmögen unterliegt rein subjektiver Bewertungen und hängt grundsätzlich von der persönlichen Einschätzung ab. Man kann niemanden davon überzeugen, dass ein Gedicht gut oder schön ist. Es ist nicht diskussionsfähig. Lyrik gehört zu den Kunstformen, mit einem recht exklusiven Publikum. Manche Menschen drehen sich schon bei Nennung dieses Begriffes sofort weg. Andere können nicht genug davon bekommen. Entweder man mag Lyrik oder eben nicht. Dazwischen gibt es nicht viel.
Beim freien Textmaß gelten kaum Regeln: Der Autor kann schreiben, wie es ihm gefällt. Im Zweifel unterliegt das Gedicht stets künstlerischer Freiheit. Bei Reimen sieht es etwas anders aus, weil das Versmaß im Hinblick auf die übereinstimmende Anzahl von Silben und Wiederholungs-Modus stimmig sein muss. Anderenfalls kann es passieren, dass Leser/Zuhörer dazu neigen, sich lieber einen Knoten in die Ohren zu machen, als den vermeintlichen Reim weiter zu ertragen. Der Ausspruch „Reim dich oder ich beiß dich“ fällt meist bei Texten, die sich Reim nennen, außer dem möglicherweise guten Willen aber nichts erkennen lassen. So reimen sich zum Beispiel die Worte „Flügel“ und „Zügel“, nicht jedoch „Flügel“ und „betrügen“. Nur weil in beiden Worten ein „ü“ steckt, wird noch kein Reim daraus. Reime werden oftmals irrtümlich als Gedichte bezeichnet. Beide haben jedoch so gut wie nichts gemeinsam.
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Kommentare
Leophorus Brandt [Gast]
Ein interessanter Artikel, der sehr viele Fakten grundlegend einschließt. Anfangs finde ich wichtig, sich mal in der Öffentlichkeit zu zeigen. Das kann man tun, indem man an verschiedenen Lyrik-Wettbewerben teilnimmt. Hat man erst mal ein paar Lyrikpreise oder Literaturpreise eingeheimst, ein paar Gedichte in Fachzeitschriften veröffentlicht, dann kann man an verschiedenen Schreibprojekten teilnehmen, die in die Veröffentlichung von Anthologien münden. Hat man die Mühen der Ebene überwunden, dann findet man auch eher einen Verlag, der das Risiko auf sich nimmt, einen Debütanten zu publizieren. Eine schöne Liste mit Schreibwettbewerben und Literaturpreisen findet man hier: http://www.mypoems.de/lyrik-und-literaturpreise-f204/
Auf der selben Website gibt es auch interessante Autorenprojekte: http://www.mypoems.de/projektionen-f85/