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Dabei war das bis in die 1920er Jahre noch ganz anders.Früher konnten sich die meisten Leute überhaupt nicht leisten, für die Hochzeit ein spezielles Brautkleid zu tragen. Deshalb heirateten sie in ihrem besten Gewand, dem so genannten Sonntagsstaat. Auf dem Lande war das häufig eine Tracht. Damit war natürlich auch die Farbe weiß nur selten die Farbe für das Hochzeitskleid. Vielmehr wurde häufig in schwarz geheiratet. Nur reiche Leute der Oberschicht konnten es sich leisten, eigens für die Trauung Brautkleider anfertigen zu lassen. Bei uns werden Brautkleider heute vor allem bei der kirchlichen Trauung getragen. Nur wenn der Standesamttermin zeitlich in unmittelbarer Nähe der kirchlichen Trauung liegt, ist es manchmal üblich, auch bereits auf dem Standesamt das Brautkleid zu tragen.

Meist wird dort aber ein zwar festliches, jedoch einfaches Gewand angezogen. Das hängt auch damit zusammen, dass nach einem alten Aberglauben der Bräutigam das Brautkleid erst bei der kirchlichen Trauung sehen darf. Heute ist es aber durchaus keine Seltenheit, dass das Brautpaar das Kleid gemeinsam aussucht, auch, weil häufig die künftigen Eheleute die Kosten dafür gemeinsam übernehmen. Der Brauch, dass der Brautvater die gesamten Kosten für die Hochzeit bezahlen muss, wird nur noch selten eingehalten. Man muss ein Brautkleid nicht unbedingt kaufen, wenn man nicht will. Viele Paare leihen sich das Kleid für diesen einen Tag bei einem Brautkleiderverleih aus. Das ist auch sinnvoll, denn in den wenigsten Fällen hat man für das Brautkleid nach der Hochzeit noch Verwendung. Und der Kaufpreis dafür kann je nach Ausführung exorbitant sein und unter Umständen mehrere tausend Euro betragen. Bei der Auswahl des Brautkleids sollte man sich der praktischen Anwendung bewusst sein. Eine lange Schleppe sieht zwar herrlich aus, aber man sollte sich vorher überlegen, ob sie auch ins Hochzeitsauto passt und wer die Schleppe beim Gang in die Kirche tragen soll, damit sie nicht am Boden schleift. Auch beim Hochzeitstanz kann sie sich als hinderlich erweisen, wenn sie nicht abnehmbar ist. Über die Farbe des Brautkleids sollte man sich ebenfalls Gedanken machen. Zwar ist weiß immer noch die Farbe Nummer eins, aber inzwischen gibt es auch viele Brautkleider in zarten pastellfarbenen Tönen. Das passt auch besser in unsere Zeit, denn die wenigsten Bräute gehen heute noch unschuldig in die Ehe.
Sonja Vicherer
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Kommentare
Anita Schneider [Gast]
Sehr interessanter Artikel der auch mal auf die kleinen Problemchen bei einer Traumhochzeit hinweist. Viele meiner Bräute bevorzugen andere Farben als weiß.