Baggy, Röhre, Bootcut: Jeans und ihre diversen Formen
Die Jeans ist ein weltweit beliebtes Kleidungsstück: Sowohl die Stabilität als auch die diversen Formen und Schnitte werden in Beruf und Alltag geschätzt. Ursprünglich diente die Hose Goldgräbern als Arbeitskleidung.

Neben den von Strauss hergestellten Levi‘s-Jeans etablierten sich unzählige weitere Marken auf dem Weltmarkt – Lee, Wrangler, Mustang und H.I.S. sind nur einige Beispiele. Viele dieser Marken stellen weiterhin die Stabilität des Kleidungsstücks in Verbindung mit traditionellen Schnitten in den Vordergrund, während Designermarken mit immer neuen Varianten eher den modischen Aspekt betonen. In den 1950er und 1960er Jahren entwickelten sich Jeans zudem zu einem Symbol der Jugendkultur. Ähnlich wie schon bei der Lederjacke hatte die in Hollywood ansässige Filmindustrie einen erheblichen Anteil an dieser Entwicklung: Ikonen wie James Dean oder Marlon Brando trugen in ihren berühmtesten Werken Blue Jeans, die in der Folge sehr stark von jungen Menschen nachgefragt wurden.

Auch heute spielt die Popkultur bei der Wahl der Kleidung eine erhebliche Rolle. So kamen Mitte bis Ende der 1990er Jahre sogenannte Baggy-Jeans in Mode: Diese zeichneten sich durch teilweise extrem weite Schnitte aus und wurden sehr tief getragen. Die hinteren Taschen und zum Teil auch die Beine waren oft mit großflächigen Stickereien verziert. Ursprünglich in der Skater- und Hip-Hop-Kultur verwurzelt, entwickelte sich der Schnitt zur Modeerscheinung – kurze Zeit später wurden entsprechende Jeans-Modelle sogar für Kleinkinder angeboten. Im neuen Jahrtausend gingen die Absatzzahlen von Baggy-Hosen stetig zurück, dafür feierte die Mode der Vergangenheit neue Erfolge: Hüfthosen und vor allem hautenge Röhrenjeans wurden neu aufgelegt und erfreuen sich seitdem vor allem bei jungen Menschen großer Beliebtheit.
Für die verschiedenen Schnitte traditioneller Jeans haben sich diverse, meist englische Begriffe etabliert, an denen die Passform relativ genau abgelesen werden kann. So steht "Slim" für einen eher eng anliegenden und körperbetonten Schnitt, während "Relaxed" eine lockere Schnittweise bezeichnet. Jeans mit geradem Bein werden mit dem englischen "Straight Leg" gekennzeichnet – ist der Beinabschluss ausgestellt, damit er besser über den Schuh fällt, so spricht man vom "Bootcut". Auch bei Jeans haben sich getrennte Größenangaben für die Hüftweite und die Beinlänge durchgesetzt, allerdings existieren hier keine Normwerte. So kann es sein, dass die Hosen eines Herstellers perfekt passen, während die Jeans eines anderen Produzenten trotz vermeintlich gleicher Größe zu eng oder zu kurz sind. Aus diesem Grund empfiehlt sich die Anprobe, auch wenn die eigene Jeansgröße eigentlich bekannt ist. Bei Internet-Bestellungen bieten die Händler ihrer Kundschaft in der Regel an, die Hose auszutauschen, wenn sie nicht passen sollte.
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