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Der schöne Schein für wenig Geld: Uhren-Replicas

Eine echte Uhr von einem der großen und bekannten Hersteller kostet meist viel Geld. Wer sich dennoch mit Statussymbolen schmücken möchte, der greift gerne zu gefälschten Modellen.

uhren replicas
© Onkelchen - Fotolia.com
Jedes Jahr werden die großen Unternehmen durch Produktpiraterie um Milliarden Euro Gewinn gebracht. Neben Kleidung und Software sind in letzter Zeit auch immer öfter Uhren Gegenstand von Fälschungen geworden. Hier sind sowohl die Gewinnspanne für die Fälscher als auch die Ersparnis für den Käufer besonders hoch: Kostet eine echte Luxusuhr ab 5.000 € aufwärts, so gibt es die Repliken schon ab hundert Euro. Gleichzeitig verwenden die Fälscher nur billige Materialen wie Blech statt Silber oder Lederimitat. So machen sie immer noch ein gutes Geschäft. Optisch sind die Uhren für den Laien jedoch auf den ersten Blick nicht vom Original zu unterscheiden.

Wohl jeder, der einmal im Urlaub gerade in südlicheren Ländern war, ist schon mit gefälschter Ware in Kontakt gekommen. Auf den Märkten in der Türkei, Marokko oder auch Italien und Spanien wimmelt es nur so von T-Shirts, Sonnenbrillen und eben Uhren mit den bekannten Markenlogos. Durch das Internet ist es jedoch noch einfacher geworden, an diese günstigen Alternativen zu gelangen. Firmen, die im Ausland, beispielsweise in der Schweiz, sitzen, bieten Luxusuhren für wenige Hundert Euro an und werben damit, sie direkt vor die Haustür zu liefern. Dies geschieht allerdings nur, wenn der Zoll das Paket nicht öffnet und die Uhren an sich nimmt.

Der Handel mit gefälschten Waren, also das Verwenden von Logos und Designvorlagen, kann strafbar sein. Wenn die Zollbeamten einen Verdachtsmoment haben, das Paket öffnen und gefälschte Ware im Wert von über 175 Euro finden, können sie diese beschlagnahmen. Der Kunde hat dann sein Geld umsonst überwiesen, denn eine rechtliche Handhabe gegen den Händler, der im Ausland sitzt, wird er kaum haben. Für den Käufer selbst erwachsen jedoch aus dieser Situation nach der derzeitigen Rechtslage keine starfrechtlichen Probleme: Der Kauf von gefälschter Ware ist grundsätzlich nicht illegal. Problematisch wird lediglich die Einfuhr aus dem Ausland: Hier gibt es eine Obergrenze von 430 €. Nur was darunter liegt, darf grundsätzlich passieren. Und auch, wenn die Zöllner den Eindruck haben, die Ware sei zum Weiterverkauf bestimmt, können sie eingreifen. Wer also einen Koffer mit hundert gefälschten Uhren zu je zehn Euro dabei hat, könnte ein Problem bekommen.

Der Handel mit gefälschten Uhren und anderer Ware gilt weithin als Kavaliersdelikt. Dabei wird jedoch vergessen, welch enormen volkswirtschaftlichen Schaden die Käufer damit anrichten. Der deutsche Industrie- und Handelstag schätzte den Verlust auf 30 Milliarden Euro im Jahr. 50.000 Arbeitsplätze gingen durch den Fälschungshandel jedes Jahr verloren.

von Denis Schmidt
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