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Mit Billigfluglinien günstig ans Ziel kommen

Billigfluglinien wie Germanwings sind der neuste Streich der kränkelnden Tourismusindustrie: Mittlerweile kostet ein Inlandsflug nur noch 20 EUR.

Das Geschäft mit den Billigfluglinien floriert mehr den je: Nach dem zunächst verhalten beobachteten Start 2002 haben sich die Großen der Branche inzwischen gut eingelebt und bei den Kunden durchgesetzt. Losgetreten wurde das Ganze von der irischen Airline Ryan Air, die von Frankfurt aus u.a. England zum Billigstpreis ansteuert. Teilweise sind Tickets für nur einen Cent zu ergattern. Von Wirtschaftlichkeit kann hier auch bei dem härtesten Sparkurs keine Rede mehr sein: Vielmehr dienen solche Fast-Gratis-Tickets dem Werbeeffekt bei den Sparfüchsen.

Der erfolgreichste Billigflieger dürfte aktuell Germanwings sein: Es vergeht keinen Monat, an dem die Kölner nicht ein neues Drehkreuz oder ein neues Ziel ankündigen. Zudem gibt es Aktionen im 14-Tage-Rhythmus: Bis zu 150.000 Tickets zu 20 bzw. 30 EUR werden hier rausgehauen – für alle Strecken europaweit. Da können weder Bahn noch die Autoreise mithalten: Für 20 EUR mal eben nach Barcelona oder Madrid hat es einfach in sich. Nach Berlin wollen sich die Kölner in Hamburg die dritte Basis machen – nicht zuletzt deswegen sollte das No-Frills-Modell noch lange ein Thema sein.

Air Berlin, seit 30 Jahren tätig, ist eigentlich keine „echte“ Billigfluglinie, obwohl viele Flüge mittlerweile für 29 EUR angepriesen werden. Die als Vollpreis-Airline gestartete Firma passt sich somit dem großen Konkurrenzdruck in diesem Segment an und fliegt mittlerweile Gewinne ein. Auch HLX, ebenfalls auf dem Kölner Flughafen beheimatet, ist sehr stark und dominiert den Markt. Gebucht wird bei allen Airlines ausschließlich online: So sparen die Betreiber die Kommission an die Reisebüros. Der Preisvorteil wird dann an den Endkunden weitergegeben. Weitere Einstriche: Kein Essen an Bord, kurze Aufenthaltszeiten an den Zielflughäfen und nichteinmal gedruckte Tickets – wer beim Fliegen sparen will, muss also auf einiges verzichten.

Ist das Modell Billigflieger denn überhaupt überlebensfähig? Definitiv, den ein nicht unerheblicher Teil der Sitzplatzkontingente werden immer noch teuer jenseits der 100 EUR verkauft. Die günstigen Tickets gibt es nicht immer und wenn es sie mal gibt, sind sie in einigen Tagen vergriffen. Auch wird durch das Preisdumping wieder mehr geflogen. Das wiederum bedeutet mehr Umsatz für die Airlines – der Kreis schließt sich also. In Übersee sin die Billigfluglinien seit Jahren sehr erfolgreich.

 
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von Rike Dellers  02.07.2008
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