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Sprachurlaub in Südamerika

Mein Aufenthalt in Chile

Vor meinem Aufenthalt in Chile habe ich erst mal einiges gelesen. Außer einen Reiseführer habe ich mir die folgenden Bücher gekauft, die mir alle sehr gut gefallen haben: Mein erfundenes Land von I. Allende, Das Mädchen mit der Posaune von Antonio Skármeta und Unterwegs in einem schmalen Land von Sara Wheelers. So habe ich versucht, mir ein Bild von Chile, der Kultur, den Leuten, der Landschaft etc. zu machen. Auch die Vorbereitungsgespräche mit meiner Austauschorganisation haben mir sehr geholfen. Das Team von ChileConnection http://www.chileconnection.cl hat mich bei allem Organisatorischen vor der Reise unterstützt und mich auch vor Ort in Concepción betreut. Es wurden regelmäßige Treffen mit anderen Teilnehmern angeboten, so dass ich schnell viele Leute kennengelernt habe und mich nie alleine gefühlt habe.

Was habe ich mir von meinem Aufenthalt versprochen? Ich wollte vor allem eine ganz neue Erfahrung machen, jenseits von meinem alltäglichen Leben in Hamburg, von Freunden und Familie. Außerdem wollte ich eine außereuropäische Kultur kennenlernen, mein Spanisch verbessern und etwas Sinnvolles tun. Gespannt auf das Neue flog ich also in Richtung Santiago de Chile. Von dort aus ging es weiter in einem super bequemen Reisebus bis nach Concepción, wo mich Frank von ChileConnection vom Busbahnhof Collao abgeholt hat und auf der Fahrt zu meiner Gastfamilie schon einiges über Concepción erzählte. Vor lauter Aufregung und Müdigkeit habe ich aber fast nichts davon mitbekommen. Endlich am Ziel angekommen, wurde ich mit offenen Armen von meiner Gastmutter Lucía empfangen, die mir als erstes eine Suppe gemacht hat, durch die ich wieder zu Kräften kam.

Nach zwei Tagen der Eingewöhnung ging es dann los mit der Projektarbeit. Ich habe in einer Institution gearbeitet, die armen Chilenen ohne ein würdiges Zuhause Notunterkünfte stellt und Wohncamps aufbaut. Mit anderen Freiwilligen zusammen haben wir uns am Aufbau der Notunterkünfte (die »media aguas« heißen) beteiligt. Das Material bestand aus vielen vorgefertigten Teilen, die wir auf der Baustelle nur noch zusammensetzen mussten, natürlich unter Anleitung. Die Arbeit war zu Anfang gar nicht so einfach, da ich keine handwerkliche Erfahrung hatte. Die Mitarbeiter des Projekts haben mich aber gut eingearbeitet und mir den Anfang sehr erleichtert. Am Nachmittag haben wir regelmäßig Spielgruppen für die Kinder organisiert und einigen auch bei den Hausaufgaben geholfen. Und an den Tagen wo keine besonderen Arbeiten verlangt wurden, habe ich einfach dort geholfen, wo man meine Hilfe gebrauchen konnte. Die Arbeit hat großen Spaß gemacht und ich habe in vielerlei Hinsicht dazugelernt, z.B. Fertighäuser zusammen zu bauen, Umgang mit verschiedenen Menschen zu pflegen, ein offenes Ohr für die Probleme der Familien des Projekts zu haben und mein Umgangsspanisch zu verbessern. Es hat sich alles in allem gelohnt und ich bin sehr zufrieden nach Deutschland zurückgekehrt.

Ich habe in ganz direkter Weise erfahren, dass der Lebensstandard in Chile in den meisten Fällen ein geringerer ist als in Deutschland und dass sich viele Menschen einen Flug in die USA oder Europa einfach nicht leisten können. Ich wurde in Chile als reich angesehen. Verbittert wirken die Menschen deswegen aber nicht. Ganz im Gegenteil, fast alle Chilenen habe ich als sehr offen und herzlich empfunden und sie zeigten sich sehr interessiert gegenüber Ausländern.

An den freien Wochenenden habe ich oft an von ChileConnection organisierten Ausflügen teilgenommen. Unter anderem war ich in »Las Termas de Chillán«, wo ich dass erste Mal »fumarolas« gesehen habe und in Thermalwasser geschwommen bin. Danach roch ich 2 Tage nach Schwefel. Während der Ausflüge bin ich auch mit anderen Freiwilligen aus anderen Ländern zusammen gekommen. Es war immer sehr spannend zu hören, was die anderen so erlebt und zu erzählen hatten.

Ich denke immer noch oft an die Zeit in Chile zurück und kann auf Grund meiner persönlichen Erfahrung jedem Interessierten einen solchen Aufenthalt empfehlen.

von Paula Junge
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