Berlin: Tegel-Flughafen mit Historie - und Zukunft?
Berlin-Tempelhof, Berlin Tegel-Flughafen, Berlin-Schönefeld - von der Berliner Luftbrücke in das Zeitalter der Luftfahrt und des Luftfahrt-Tourismus. In Berlin wurde und wird Luftfahrtgeschichte geschrieben.
Dass eine Stadt wie Berlin aus der Luft zu versorgen sei, das galt bis zum 23. Juni 1948 als unmöglich. Realisiert wurde die legendäre Berliner Luftbrücke, als die Sowjetunion ihre strategische Überlegenheit um Berlin ausspielen wollte und eine Blockade über Berlin verhängte. Der Militärgouverneur der US-amerikanischen Besatzungszone, Lucius D. Clay, gilt als Initiator der Luftbrücke. Fast ein Jahr lang wurde das Leben in Berlin aufrechterhalten, weil pausenlos amerikanische Flugzeuge, bald Rosinenbomber genannt, alles Notwendige in die Stadt flogen. Ziel war der Flughafen Tempelhof, damals einer der größten Flughäfen Europas, heute immer noch ein riesiges Gebäude, aber kein Flughafen mehr.
Der Berlin Tegel-Flughafen diente nach dem 2. Weltkrieg als moderner Passagierflughafen für West-Berlin. Da die Lufthoheit bei den Alliierten lag, durften deutsche Airlines den Tegel-Flughafen nicht anfliegen, sondern nur Fluggesellschaften aus den Ländern der Alliierten. So flogen nichtdeutsche Fluggesellschaften von westdeutschen und europäischen Flughäfen nach Berlin. Da Berlin aber kein politisches und wirtschaftliches Zentrum war, wuchs Tegel nicht in dem Maße, wie die Flughäfen in Frankfurt, Düsseldorf und München.
Nach der politischen Wende um 1990 wurde schnell klar, dass Berlin wieder zu einem politischen und wirtschaftlichen Zentrum in Deutschland aufsteigen würde. Zudem ist Berlin im Ost-West- und Nord-Süd-Luftverkehr als ein ideales Drehkreuz anzusehen. Deshalb reifte schnell der Gedanke, in Berlin einen internationalen Großflughafen zu konzipieren. Ausersehen dafür wurde Berlin-Schönefeld, was erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Nutzung des Flughafens Berlin-Tegel haben wird. Auch eine Schließung des Flughafens erscheint möglich.
Bis heute ist Tegel der lebendigste Flughafen in Berlin. Geschäftsreisende und Touristen schätzen die Nähe zur City, die preiswerten Mietwagenangebote, die Übersichtlichkeit des Flughafens und seine Unkompliziertheit. Doch es scheint, als seien die Tage von Berlin-Tegel gezählt. Schönefeld - jetzt Berlin Brandenburg International Airport (BBI) wirbt damit, die größte Flughafen-Baustelle der Welt zu betreiben. Mehr als 6.500 Passagiere sollen zukünftig in einer Stunde auf dem BBI starten oder landen können. Keine guten Aussichten für den liebgewonnenen Flughafen Berlin-Tegel. Viele Bürger und Reisende setzen sich für den Erhalt des Flughafens ein.
fly-ber.com: 

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