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Wer Kiew zum ersten Mal besucht, wird oft überrascht registrieren: Kiew ist trotz seiner Lage am östlichen Zipfel Osteuropas eine Weltstadt mit Flair. Vor dem geistigen Auge eines Besuchers entstehen alte Klischees von Schwerindustrie und Landwirtschaft auf unendlichen Ackerflächen, die mit dem Leben in der heutigen Ukraine nicht mehr viel gemein haben. So wie Polen ist auch die Ukraine schon lange auf dem Pfad in die Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft.
Kiew breitet sich links und rechts des Dnepr auf rund 840 Quadratkilometern aus und hat heute rund 2,7 Millionen Einwohner. Eine Legende zufolge wurde die Stadt im sechsten Jahrhundert von drei Männern gegründet und auch benannt. Wechselnde Herrschaftsverhältnisse haben Kiew in den vergangenen Epochen abwechselnd in den Besitz von Russen, Polen und Mongolen gebracht, bis die Stadt schlussendlich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zur Hauptstadt der Ukraine aufstieg.

Die ewige Stadt Rom ist auf sieben Hügeln erbaut, und auch die Topologie Kiews ist von den Hügeln geprägt, auf denen die Russinnen und Russen leben. Beeindruckend ist die architektonische Fülle, so dass man als interessierter Tourist ohne Unterlass tagelang durch eine Vielzahl von Kathedralen, Kirchen, Museen und Palästen streifen kann, die Zeugenschaft von der langen Geschichte der Stadt ablegen.
Natürlich beschränkt sich das Leben der heutigen Stadtbewohner nicht auf alte Bauten - sehr schnell lernt man als Gast die lebendige Gastronomie schätzen. Der gute Ruf der russischen Küche wird von den Lokalen unter Einbeziehung moderner, auch westlicher Einflüsse weiterentwickelt und verfeinert, un so bleibt kaum eine Vorliebe unbefriedigt - sei es die Lust auf deftige ursprüngliche Küche oder auch mal Haute Cuisine mit sieben Gängen.
In den vergangenen vierzig Jahren wächst die Kiewer Bevölkerungszahl rasant, und so ist ein bemerkenswerter Anteil der Russinnen und Russen in der Stadt auffallend jung und, so wird man feststellen, modern in der Einstellung zum Leben und von attraktivem Äußeren.
Der Puls des Stadtlebens verlagert währen der wärmeren Jahreszeiten nach draußen. Russische Frauen in farbenfrohen Sommerkleidern bevölkern den Platz der Unabhängigkeit oder flirten mit den alteingesessenen Schmuckhändlern am St.-Andreasssteig auf der Pirsch nach eine seltenen Stück.
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