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Auf der Hurtigruten unterwegs an Norwegens Westküste

Die Hurtigruten ist die alte norwegische Postschiff-Linie, die heute mit Kreuzfahrtschiffen befahren wird und viele Sehenswürdigkeiten bietet.

Hurtigruten heißt zu deutsch Schnellverbindung und ist der Name der Postschifffahrtslinie, die an der norwegischen Westküste entlang führt. Von der historischen Hansestadt Bergen im Südwesten bis in die Erzstadt Kirkenes im Nordosten werden hier über 30 Küstenstädte angefahren. 1893 wurde diese Linie von einer Privat-Reederei eingerichtet, um die Küstenbewohner mit Post zu versorgen und so den beschwerlichen Landweg zu umgehen. Vor allem im Winter war die Hurtigruten die einzige Versorgungsmöglichkeit für viele Städte und Dörfer und wurde daher auch staatlich subventioniert.

Heute sind die Verbindungen durch ein ausgebautes Straßennetz und den Flugverkehr besser in Norwegen, sodass der Transportcharakter der Fracht- und Passagierbeförderungslinie immer mehr an Bedeutung verliert. Dafür ist im Zuge des zunehmenden Tourismus die Hurtigrute zu einer Kreuzfahrt-Route geworden. Während der Hauptsaison im Sommer, wenn die Norwegen-Urlauber die Mitternachtssonne erleben wollen, sind alle Schiffe ausgebucht. Allerdings steht die staatliche Unterstützung inzwischen in Frage. Die Einstellung der Subventionen könnte das Aus für die Linie bedeuten, denn in den Wintermonaten ist sie vor allem wegen der ausbleibenden Touristen ein Zuschussgeschäft. Einige Kreuzfahrtsschiffe sind deshalb im Winter weltweit in Urlaubsgebieten unterwegs und schaffen so für die beteiligten Reedereien eine zusätzliche Einnahmequelle.

Rund ein Dutzend Schiffe ist auf der Hurtigruten im Einsatz. Wer sich einen Rest Abenteuerlust erhalten hat, sollte vielleicht einmal einen ein- oder zweiwöchigen Trip planen. Alleine der Starthafen Bergen bietet eine Menge an Sehenswürdigkeiten. Die fast 1000 Jahre alte Stadt war im 13. Jahrhundert Norwegens Hauptstadt und gehörte von 1342 an zum Hansebund. Das alte Hafenviertel Bryggen ist von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt worden. Viele alte Holzhäuser aus der Hanse-Zeit sind heute noch gut erhalten. Das Bryggen Museum zeigt eine sehenswerte kulturhistorische Sammlung. Natürlich sollte man sich auch Fischmarkt, Dom und Marienkirche nicht entgehen lassen.

Sehenswert sind viele der Anlegepunkte auf einer dieser Hurtigruten-Fahrten. Auf der Insel Mosteroy beispielsweise kann das Kloster Utstein besichtigt werden. In Stavanger kann man sich im Norwegischen Erdölmuseum über die Geschichte der Ölförderung in Norwegen informieren. Bei einer Schlossbesichtigung in Rosendal werden dann auch die alten Wikinger wieder lebendig.

 
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von Robert Martin 01.04.2008
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