Thema Rente: Erwerbsminderung absichern oder nicht?
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Die Inhaberschuldverschreibung ist eine der Möglichkeiten, die Unternehmen nutzen können, um an frisches Kapital zu kommen. Zielgruppe sind zumeist private Anleger, die mit hohen Zinsen angelockt werden. Um Zukäufe, Expansionen oder andere Pläne zu finanzieren, brauchen Firmen Geld. Oftmals nutzen sie eine ganze Reihe von Finanzierungsinstrumenten, die jeweils auf die besonderen Bedürfnisse abgestimmt werden. Soll beispielsweise eine teure Maschine angeschafft werden, macht oftmals Leasing Sinn. Für den Bau einer neuen Fabrik werden klassische Bankkredite aufgenommen, womöglich ergänzt durch öffentliche Fördermittel.
Für manche Unternehmen wird es allerdings im Zuge der Einführung von „Basel II“ schwieriger, Bankkredite in ausreichender Höhe zu bekommen. „Basel II“ beschreibt neue Richtlinien zur Kreditvergabe, die von Banken einen bestimmten Eigenkapitalsatz bei jedem Darlehen fordern. Je schlechter eine Firma als Kreditnehmer bewertet wird, desto mehr Eigenkapital muss die Bank hinterlegen – desto höher werden für das Unternehmen deshalb die Zinsen. Firmen, die sich unabhängig von Bankkrediten machen möchten, wählen deshalb in letzter Zeit verstärkt das Mittel der Inhaberschuldverschreibung.
Mit einer solchen Inhaberschuldverschreibung nehmen die Firmen praktisch Kredite bei privaten Anlegern auf. Sie werden in der Regel in Stückelungen von einigen hundert oder tausend Euro angeboten, der Anleger bekommt einen festen Zinssatz während der gesamten Laufzeit. Die Konditionen kann das Unternehmen, das sich Geld leihen möchte, weitgehend selbst bestimmen. Ob die Nachfrage groß genug ist, zeigt dann der Markt.
Wer eine Inhaberschuldverschreibung von einer Firma erwirbt, wird zu deren Gläubiger. Das heißt: Das Unternehmen schuldet ihm den in der Schuldverschreibung genannten Betrag zuzüglich der ebenfalls vereinbarten Zinsen. Der Zinssatz liegt in der Regel deutlich über dem Niveau, das der Sparer auf einem Tagesgeldkonto im besten Fall erzielen kann.
Dieser höhere Zinssatz macht Inhaberschuldverschreibungen für die Anleger überhaupt erst interessant. Schließlich gehen sie ja ein gewisses Risiko ein. Gerät das Unternehmen als Gläubiger nämlich in finanzielle Schwierigkeiten und kann es seine Verbindlichkeiten nicht mehr zurückzahlen, gehen die Gläubiger leer aus – es sei denn, es ist noch eine ausreichende Insolvenzmasse vorhanden.
Wenn also in der Werbung von der Inhaberschuldverschreibung als „risikoloser“ Anlage die Rede ist, dann ist Vorsicht geboten. Zwar stimmt der Hinweis, dass es, anders als bei Aktien, keine Kursschwankungen geben kann. Die theoretische Möglichkeit einer Pleite ist allerdings gegeben – und damit auch die Gefahr des Totalverlustes. Wer eine Inhaberschuldverschreibung erwerben möchte, muss also die Risiken und den möglichen Ertrag sorgsam gegeneinander abwägen.
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