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Die Auswahl der Geschenke zu Weihnachten

Teurer, größer, moderner, so könnte man den Trend kurz zusammenfassen, der sich in den letzten Jahren im Hinblick auf Geschenke zu Weihnachten herausgebildet hat.

Eigentlich ist es traurig, dass die Kommerzialisierung des Festes, das anlässlich der Geburt Christi gefeiert wird, dazu geführt hat, dass alljährlich Ende November ein imposanter Run auf das modernste Spielzeug und die teuerste Elektronik einsetzt, die als Geschenke zu Weihnachten unter den Tannenbaum gelegt werden sollen. Damit wird nämlich schon bei den kleineren Kindern der Grundstein für ein völlig falsches Bild von Werten gelegt.

Eltern und Großeltern versuchen sich gegenseitig bei der Auswahl der Geschenke zu Weihnachten zu übertrumpfen und so kommt es nicht selten vor, dass bei manchen Kids das neue Fahrrad gleich neben dem Spielcomputer und dem Minimotorrad für den Garten steht. Kleidung unter dem Weihnachtsbaum gilt vor allem bei jüngeren Eltern als verpönt.

Dabei wäre es dringend notwendig, dass Junior vernünftige Stiefel und einen wetterfesten Anorak bekommt, den man als allein erziehende Mutter oder als allein stehender Vater dem Kind von den Hartz IV Bezügen nicht kaufen kann. Schaut man sich die Palette der Geschenke zu Weihnachten an, kann man auch leicht zu dem Schluss kommen, dass so mancher Elternteil glaubt, mit großen Werten das gutzumachen, was er im Laufe des Jahres versäumt hat, nämlich dem Kind ganz einfach Aufmerksamkeit, Zuwendung und Zeit zu schenken.

Hinzu kommt, dass in vielen Familien sich die berufliche Hektik bis in die Feiertage hinein zieht, der Heiligabend nur aus einem guten Essen und der Übergabe der Geschenke zu Weihnachten besteht und man sich dann ganz schnell wieder seiner alltäglichen Beschäftigung hingibt. In manchen Familien nimmt man sich nicht einmal an diesem Tag die Zeit, zum Beispiel mit den Kindern einen schönen Spaziergang zu machen, sich den Spaß einer wilden Schneeballschlacht zu gönnen und am Abend das neue Spielzeug gemeinsam auszuprobieren. Da muss Papa sein Fahrtenbuch ausfüllen, während die Mutter am Telefon klemmt und Freunden und Verwandten schöne Feiertage wünscht, weil sie keine Zeit hatte, Grußkarten zu schreiben und Junior sitzt am Computer und chattet mit seinen Kumpels.

Eigentlich ist Weihnachten traditionell das Fest der Besinnung und der Familie und dazu sollte man es auch durch eine bewusste Planung eines gemeinsamen Tagesablaufs wieder werden lassen.

von Louis Maier
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