Gesellschaft

rating
0 Bewertungen

Griechische Reedereien stehen in langer Tradition

Spätestens seit die Schiffe des Großreeders Aristoteles Onassis über die Weltmeere zogen, ist Griechenland als Seefahrernation ein Begriff. Bereits die Sagen des Altertums berichten von den Helden der Seefahrt.

griechische reedereien
© Alexander Rochau - Fotolia.com
Griechenlands Reeder scheuen allerdings heute wie einst Auftritte im Scheinwerferlicht. So sind die großen Schiffseigner kaum in den Schlagzeilen zu finden, einer breiten Öffentlichkeit sind die Namen kaum bekannt. Das Geld wird mit viel Arbeit und Geschäftssinn zusammengetragen. Neben Onassis prägte die Familie Livanos die Seefahrtsgeschichte, seit sie auf der Insel Chios 1873 mit einem Segler von zehneinhalb Tonnen ihre Geschäfte begann.

Unüberschaubar hoch ist die Zahl der Reedereien in Griechenland heute. Da gibt es z. B. "Superfast Ferries", schnelle Fähren, die den Betrieb auf dem Mittelmeer zwischen Griechenland und Italien abwickeln. 1994 von dem griechischen Unternehmer Periklis Panagopoulus und seinem Sohn Alexander gegründet, konnten bereits ein Jahr später mit mehr Sicherheit und Komfort die Fahrzeiten um mehr als ein Drittel verkürzt werden. Die Geschäftsphilosophie besteht darin, das Schiff hauptsächlich als Verkehrsmittel zu betrachten und Komfortbereiche, die sich nicht rechnen, wie Kino und Ladenzeile, wegzulassen. Übrigens fuhr Superfast Ferries seit 2001 bis 2006 auch auf der Ostsee von Rostock nach Helsinki. Seit kurzer Zeit kooperiert Superfast Ferries mit ANEK Lines auf einigen Linien, um die Fahrgastzahlen der Schiffe zu erhöhen. Das Hauptaugenmerk der griechischen Schiffseigner liegt allerdings auf dem Warentransport, eine Anzahl Schlepper fährt unter griechischer Flagge über die Weltmeere. Das kann der Tourist bei einem Besuch im Hamburger Hafen gut beobachten.

Viele Jahre waren die Schifffahrtsunternehmer Griechenlands Aushängeschilder für erfolgreiches Wirtschaften. Ihre Reedereien zählten in der Geschäftswelt zu den Finanzinvestments, die man auf jeden Fall gelistet haben sollte. Doch dann kamen die bekannten weltwirtschaftlichen Ereignisse der letzten Jahre. Griechenlands Reeder hatten in der Finanzkrise keine leichte Bürde zu tragen. Ihnen machten vor allem die geringeren Warentransportmengen auf ihren Schiffen zu schaffen. Die Unterhaltungskosten laufen weiter, auch wenn keine Ladungen über die Weltmeere transportiert werden. 2009 verzeichnete zum Beispiel der Hamburger Hafen einen Rückgang des Warenumschlags um über 30 Prozent. Das traf natürlich die Reeder in der Substanz. Trotzdem konnten bereits Ende 2009 die Papiere der Griechen auf den internationalen Finanzmärkten wieder positive Ergebnisse erreichen.

2010 kündigte China an, den Reedern Griechenlands günstige Kredite in Aussicht zu stellen. Ziel ist, dass sie weitere Schiffe in China herstellen lassen. 300 waren dort allein im Jahre 2010 in Arbeit. Die Schifffahrtsunternehmen erwerben immer mehr Schiffe. Vielleicht ist es der Geschäftsgeist eines Aristoteles Onassis, der sie weiter antreibt. Der tat es nämlich einst ebenso und landete mit in Krisenzeiten erworbenen Schiffen später großen geschäftlichen Erfolg, der seinen Namen bis in unsere Zeit legendär werden ließ. Die Flaute in der Branche allerdings wird, so sagen Experten, erst in einigen Jahren vorbei sein. Dabei sind neue ungünstige Szenarien in Finanzwelt und Wirtschaft jedoch noch nicht einkalkuliert gewesen.

von Thimo Pauler
Gestellte Fragen: 0

Fragen zum Beitrag: “Griechische Reedereien stehen in langer Tradition”

 

Kommentare

Bisherige Kommentare: 0

Verwandte Artikel

18.05.2011

Die Fähre nach Norderney verkehrt fast stündlich

18.05.2011

Ein Hotel auf Zypern besticht Sie mit mediterraner Eleganz

18.05.2011

Flüge nach Karpathos buchen und die Sonne genießen

18.05.2011

Fähren nach Schottland bringen Sie sicher über den Kanal

25.10.2010

Gefühle des Fahrens

25.10.2010

Griechenland Info

03.12.2010

Urlaub auf Korfu begeistert durch Vielfalt

Meistgelesen in dieser Rubrik

Meistgelesen
Empfehlungen