Sonderposten Grosshandel : Waren zu Sonderkonditionen!
Der Großhandel dient als Bindeglied zwischen Lieferanten und den Weiterverkäufern. Ei... mehr
Nicht nur Dieter Bohlen und Heidi Klum sortieren in ihren Shows gnadenlos alle zweitbesten Wettbewerber aus.
Genau wie die kleinen Stars und Sternchen kämpfen auch Unternehmen und Messegesellschaften um die ersten Plätze. Messe Frankfurt, mit der Kölnmesse einst vergleichbar, zeigt dynamisches Wachstum. Der Messestandort Köln hat selbst im Vergleich zu dem kleinen Messegelände München an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, obwohl am Rhein immer noch viele Weltleitmessen zu Hause sind. Die GamesCom wird nun ein neuer Star und ist daher wichtiges Event für die Region und die Kölnmesse. Warum aber ist ausgerechnet eine Spielemesse etwas Besonderes?
Dazu muss man ein paar Jahre zurückschauen. Da gab es z.B. Zeiten auf der weltgrössten Computermesse Cebit in Hannover, wo man oft unliebsame, d.h. jüngere Messebesucher, fern halten wollte. Die Eintrittspreise wurden hierfür erhöht. In den fetten Jahren war es durchaus nachvollziehbar. Die Cebit hatte über 500.000 Besucher und es war kaum noch möglich, in diesem Rummel eine Fachmesse zu erkennen. Das Fachpublikum war die Kernzielgruppe. Eine bittere Erkenntnis nachträglich: Irgendwie rächt es sich nun, denn neue und ähnlich gelagerte Messethemen entstehen an anderen Standorten.
Betrachtet man Messen der Computerspiele, wie z.B. die Games Convention 2008, dann stellte man fest, dass hier bereits 200.000 Besucher in die Messehallen strömten. Da wundert es nicht, dass hier ein Wettbewerb zwischen den Messegesellschaften Leipzig und Köln um eben genau dieses Messethema entstand.
Es geht um ein ganz besonderes Publikum. Sie sind mit Handys, Gameboys und Playstation aufgewachsen, tragen gebrandete T-Shirts und eine Welt ohne Internet hat es für sie nicht gegeben. Der letzte Internethype ist bekannt, immerhin ist man täglich online und über viele Kanäle erreichbar. User Generated Contend, Social Community und Online-Chat sind Begriffe die zur Alltagssprache gehören.
Ein Generationskonflikt wird augenscheinlich. Die Älteren, nennt man sie diffamierend einmal „Silversurfer, rümpfen die Nase. Zwar nutzen die meisten bereits E-Mails und haben einen Onlinezugang, die Generation Web 2.0 ist ihnen jedoch immer noch suspekt. Sie selbst wollen möglichst wenig über ihre Person preisgeben. Grenzenlose Erreichbarkeit ist ihnen der blanke Horror und schon gar nicht mag man seine privatesten Dinge oder Geschäftskontakte mit der Internetwelt teilen.
Was hat das alles mit den Messenteilnahmen zu tun? Nun, ein Generationswechsel deutet sich auch hier an. Die Jüngeren haben inzwischen die Gameboys gegen onlinefähige Notebooks getauscht. Neue Marketingideen aus dem Onlinebereich fließen in die Messepräsenz ein. Es wird also wieder spannend auf den kommenden Events. Wird es die klassischen Messen noch geben, wenn das meiste schon vorab im Internet sichtbar ist? Die Mischung aus On- und Offline Marketing verspricht einen spannenden Blick in die Zukunft.
Nicht zuletzt müssen die Dienstleister den Veränderungen Rechnung tragen, wenn sie im Geschäft bleiben möchten, denn neue Produkt werden inzwischen auch online lanciert. Apple nimmt kaum noch an großen Messen teil. Aber wer kennt es nicht, wenn sie ihren Store für ein paar Stunden vom Netz nehmen, um die neuen Produkte zu zeigen?
Selbst namhafte Unternehmen ersetzen den Messeaufwand durch Online Angebote, jedenfalls teilweise. Längst nicht mehr jedes Unternehmen versteht es daher noch, seinen Kunden relevante und aktuelle Dienstleistungen zukommen zu lassen. Messeteilnahme 2.0. heißt z.B. auch interaktive Exponate, Multi Channel Ansprache und webbasierter Service, am besten parallel zu den Messetagen.
Klassische Messen und Online Marketing widersprechen sich nicht. Die älteren Branchen im Messeland Deutschland können durchaus lernen, wie es die jüngere Generation mit dem neuen Marketing hält.
Der Autor arbeitet für einen Messe- und Eventdienstleister, der seit vielen Jahren in der Kölner Messebranche tätig ist. [b]Siehe auch: www.zenit-werbung.com
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Kommentare
Kölner [Gast]
Netter Insiderbericht- vielen Dank. Ich denke auch dass die GamesCom eine Bereicherung für die Kölner Messeszene ist.